Wohin driftet Spanien?

53 Pro­zent aller 18- bis 25-Jäh­ri­gen ist arbeits­los. Die Schul­ab­bre­cher­quo­te liegt bei ca. 30 Pro­zent. Knapp 24 Pro­zent aller jun­gen Men­schen zwi­schen 15 und 29 Jah­ren tut über­haupt nichts, dass heißt die­se jun­gen Men­schen arbei­ten nicht, sie stu­die­ren nicht und sie ste­hen auch in kei­ner Berufs­aus­bil­dung. Selbst bei den fer­tig stu­dier­ten jun­gen Aka­de­mi­kern liegt die Arbeits­lo­sen­quo­te bei etwas mehr als 10 Pro­zent und hat sich damit inner­halb der letz­ten 5 Jah­re ver­dop­pelt. Das ist die höchs­te Arbeits­lo­sen­quo­te jun­ger Aka­de­mi­ker in allen OECD-Län­dern über­haupt. Die Arbeits­lo­sen­quo­te aller Men­schen in Spa­ni­en mit nicht­aka­de­mi­schen Berufs­bil­dern beträgt etwas mehr als 17 Pro­zent und ist damit die zweit­höchs­te Arbeits­lo­sen­quo­te aller OECD-Län­der. Zu den OECD-Län­dern gehö­ren unter ande­rem auch Ungarn, die Slo­wa­kei, Mexi­ko oder Chi­le. 80.000 (!) Leh­rer­stel­len sind in den letz­ten Jah­ren in Spa­ni­en abge­baut worden.

Es gäbe gro­ße Unzu­läng­lich­kei­ten bei der Berufs­aus­bil­dung im spa­ni­schen Sys­tem gene­rell, konn­te dazu die spa­ni­sche Staats­se­kre­tä­rin Gomen­dio nur sagen. So ist das ganz offensichtlich.

Als Staats­bür­ger der Euro­päi­schen Uni­on, zu der auch Spa­ni­en gehört, mit Euro in der Tasche wie alle Spa­ni­er auch, muss man schon fra­gen, was das soll. Die­se Bil­dungs- und Berufs­si­tua­ti­on, gera­de bei jun­gen Men­schen, ist nicht mehr nach­voll­zieh­bar und auch nicht mehr ver­tret­bar. Spa­ni­en ist das mit Abstand belieb­tes­te Urlaubs­land der Deut­schen. Genau jeder zehn­te Deut­sche ver­bringt Jahr für Jahr dort sei­nen Urlaub, der für die Meis­ten von uns soeben zu Ende gegan­gen ist. Sol­len wir künf­tig in Slums Urlaub machen? Zen­tral­afri­ka­ni­sche Ver­hält­nis­se „genie­ßen“?

Ghost­wri­ter.nu unter­stützt Stu­die­ren­de und Pro­mo­vie­ren­de in ihrem Aus­bil­dungs- und Berufs Wer­de­gang umfas­send, die aus den unter­schied­lichs­ten indi­vi­du­el­len Grün­den hoch­qua­li­fi­zier­te Hil­fe benö­ti­gen – damit für alle eine sol­che Situa­ti­on wie in Spa­ni­en auch nicht im Ansatz jemals in Deutsch­land ein­tritt. Denn es ist offen­sicht­lich, dass die­se spa­ni­sche Mise­re aus feh­len­der Expertise 

und damit ein­her gehend feh­len­der Wett­be­werbs­fä­hig­keit und feh­len­den attrak­ti­ven Pro­duk­ten, die her­ge­stellt und ver­kauft wer­den könn­ten, resultiert.

Harald Bahner

Quel­len die­ser News:
Orga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) (Hg.): Edu­ca­ti­on at a Glance 2012: OECD Indi­ca­tors. Coun­try Note: Spain.URL am 14.09.2012: www.oecd.org/spain/EAG2012%20-%20Country%20note%20-%20Spain.pdf. Die gesam­te Stu­die „Edu­ca­ti­on at a Glance 2012“ ist abruf­bar unter www.oecd.org/edu/eag2012.htm (Stand14.09.2012)
Wie­land, Leo: Zwei Mil­lio­nen jun­ge Spa­ni­er tun nichts. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 13.09.2102, URL am 14.09.2012: faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/oecd-studie-zwei-millionen-junge-spanier-tun-nichts-11888930.html
ADAC Rei­se­mo­ni­tor – Trend­for­schung im Rei­se­markt 1995–2012. Hrsg. v. ADAC Ver­lag. URL am 14.09.2012: deutschertourismusverband.de/fileadmin/Mediendatenbank/PDFs/Reise-Monitor%202012.pdf