Bessere Förderung von Wissenschaftlern an Hochschulen ist nah

Über eine wesent­lich bes­se­re För­de­rung von Wis­sen­schaft­lern in Hoch­schu­len ist lan­ge gestrit­ten wor­den. Jetzt sol­len end­lich wesent­li­che Bes­se­run­gen rea­li­siert werden.

(Ghost­wri­ter.nu) Das Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz und eine neue För­de­rung für den wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchs kön­nen in Deutsch­land womög­lich noch vor der par­la­men­ta­ri­schen Som­mer­pau­se ver­ab­schie­det wer­den. Die par­la­men­ta­ri­schen Arbeits­grup­pen für Wis­sen­schaft und For­schung in der CDU/CSU und in der SPD schei­nen sich end­lich geei­nigt zu haben.

Wesent­li­che Ände­run­gen sind, dass extrem kur­ze Lauf­zei­ten für Arbeits­ver­trä­ge nicht mehr gel­ten sol­len; hier­un­ter wer­den Halb­jah­res­ver­trä­ge ver­stan­den. Wei­ter­hin sol­len die soge­nann­ten Ten­u­re-Track-Pro­fes­su­ren geför­dert wer­den; dar­un­ter ver­steht man Pro­fes­su­ren auf Bewäh­rung vor einer fes­ten Professorenstelle.

Die Koali­ti­ons­part­ner CDU/CSU und SPD hat­ten ver­ein­bart, dass von 2017 an 1 Mil­li­ar­de € für die kom­men­den zehn Jah­re bereit­ge­stellt wer­den sol­len, um die Kar­rie­re­we­ge in der Wis­sen­schaft struk­tu­rell zu refor­mie­ren. Das grund­sätz­li­che Pro­blem bei die­sen ver­ein­bar­ten Gel­dern ist indes, dass die Bil­dungs­ho­heit und damit auch die Fra­ge nach Hoch­schul­stel­len bei den Län­dern liegt. Die­se sind bereits durch die Über­nah­me der BAföG-Kos­ten durch den Bund um 1,2 Mil­li­ar­den € ent­las­tet wor­den. Die­ses Geld zusam­men mit den noch­mals ver­ein­bar­ten 1 Mil­li­ar­den € müs­sen auch tat­säch­lich in die Grund­fi­nan­zie­rung der Hoch­schu­len und in Dau­er­stel­len inves­tiert wer­den, und die gesam­te Hoch­schul­land­schaft muss inter­na­tio­nal ver­gleich­ba­re Kar­rie­re­stu­fen ein­füh­ren, was eben­falls Auf­ga­be der Län­der wäre. Die Bedin­gun­gen des Bun­des für eine sol­che Wis­sen­schaft­ler-För­de­rung ist des­halb ins­be­son­de­re, dass die Län­der ver­bind­lich zusa­gen, bestehen­de Pro­fes­so­ren­stel­len zu erhal­ten und wei­ter auszubauen.

Besag­te Ten­u­re-Track-Pro­fes­su­ren sol­len nach sechs Jah­ren auf­grund von klar defi­nier­ten und nach­voll­zieh­ba­ren Leis­tungs­kri­te­ri­en im posi­ti­ven Fall dau­er­haf­te Pro­fes­su­ren wer­den, die allein von den Län­dern finan­ziert wer­den sol­len. Die Ent­schei­dung für eine dau­er­haf­te Pro­fes­sur soll jetzt spä­tes­tens ein Jahr vor dem Ende der Bewäh­rungs­zeit fallen.

Hin­sicht­lich der Arbeits­ver­trags­be­fris­tun­gen sol­len Wis­sen­schaft­lern die­se Befris­tun­gen nur noch ent­spre­chend dem Zeit­be­darf die­ser Stel­len auf­er­legt wer­den, zum Bei­spiel wenn im Rah­men einer sol­chen Stel­le (auch) eine Dok­tor­ar­beit geschrie­ben wer­den soll. Bei Arbeits­be­fris­tun­gen, die durch Dritt­mit­tel her­vor­ge­ru­fen wur­den, soll der Arbeits­ver­trag so lan­ge lau­fen, wie die Dritt­mit­tel flie­ßen bzw. das Dritt­mit­tel­pro­jekt läuft. Unter­bre­chun­gen der Tätig­keit sol­len den Befris­tungs­rah­men auto­ma­tisch um die­se Unter­bre­chun­gen ver­län­gern. Bei die­sen Unter­bre­chun­gen han­delt es sich ins­be­son­de­re um einen Arbeits­platz­wech­sel, Mut­ter­schutz und Eltern­zeit, die Betreu­ung eige­ner Kin­der sowie die Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen. Nicht in die Befris­tung ein­ge­rech­net wer­den sol­len künf­tig auch stu­den­ti­sche Hilfs­kraft­tä­tig­kei­ten, die kei­nen Stu­di­en­ab­schluss zur Tätig­keits­vor­aus­set­zung haben, und dies sowohl im Rah­men des Bache­lor­stu­di­ums als auch im Rah­men des Masterstudiums.