Studienkredite in der Not

Einen Kre­dit will nie­mand gern auf­neh­men, schon gar nicht, wer stu­diert. Trotz­dem ist ein Stu­di­en­kre­dit manch­mal die Ret­tung in der Not, und die Rück­zah­lungs­re­ge­lun­gen sind durch­weg sehr kulant.

Nur 6 % aller Stu­den­ten finan­zie­ren ihr Stu­di­um auch über einen Stu­di­en­kre­dit. Ein Stu­di­en­kre­dit exis­tiert in Deutsch­land erst seit dem Jahr 2005 als „Aus­gleich“ zu den damals ein­ge­führ­ten Stu­di­en­ge­büh­ren. Die Stu­di­en­ge­büh­ren sind heu­te weg, der Stu­di­en­kre­dit ist geblie­ben als Kopie angel­säch­si­scher Gepflo­gen­hei­ten; hier ist der Stu­di­en­kre­dit eher die Norm und führt nicht sel­ten zu hoch ver­schul­de­ten Studienabsolventen.

Dabei ist der Stu­di­en­kre­dit zumin­dest in der letz­ten Pha­se des Stu­di­ums oder in einer Not­si­tua­ti­on beden­kens­wert. Den bil­ligs­ten Kre­dit bekommt man von den Stu­den­ten­wer­ken. In Nord­rhein-West­fa­len zum Bei­spiel kön­nen Stu­den­ten über drei Semes­ter Stu­di­en­ab­schluss­dar­le­hen bis zu 9000 € bekom­men – zins­frei. Der zweit­bil­ligs­te Kre­dit wird vom Bun­des­ver­wal­tungs­amt aus­ge­reicht. Der effek­ti­ve Zins beträgt 1,18 %, es wer­den jedoch nur maxi­mal 7200 € über maxi­mal 24 Mona­te aus­ge­zahlt. Der dritt­bil­ligs­te Stu­di­en­kre­dit kommt von der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW). 3,6 % kos­tet dort ein Stu­di­en­kre­dit; bei einem Fest­zins über die gesam­te Lauf­zeit ist der Zins­satz etwas höher. Aller­dings bekommt man bei der KfW auch bis zu 650 € im Monat und muss erst nach einer Karenz­zeit von bis zu zwei Jah­ren und ab einem Brut­to­ge­halt eines Allein­ste­hen­den von 1050 € pro Monat die­sen Kre­dit zurück­zah­len. Die Höhe der Rück­zahl­ra­te kann man hier­bei selbst bestim­men, min­des­tens sind ledig­lich 20 € im Monat fäl­lig. Die KfW und das Bun­des­ver­wal­tungs­amt ver­ge­ben zusam­men 90 % aller Stu­di­en­dar­le­hen. Wei­te­re Dar­le­hens­ge­ber sind die Spar­kas­sen, die Deut­sche Kre­dit­bank, die evan­ge­li­sche Kre­dit­ge­nos­sen­schaft, die deut­sche Apo­the­ker-und Ärz­te­bank und die E. W. Kuhlmann-Stiftung.

Eine wei­te­re Finan­zie­rungs­mög­lich­keit für Stu­den­ten ist der Bil­dungs­fonds. Hier zahlt man kei­ne fes­te Til­gung zurück wie bei einem Kre­dit, son­dern einen bestimmten

Pro­zent­satz des spä­te­ren Ein­kom­mens, in der Regel 8–10 % vom Brut­to­ge­halt. Wer spä­ter wenig ver­dient, muss dann also auch weni­ger zah­len. Wer spä­ter indes gut ver­dient, muss mehr bezah­len, manch­mal wohl mehr, als er erhal­ten hat. Hin­zu kommt, dass sich Bil­dungs­fonds­an­bie­ter ihre Stu­den­ten teil­wei­se zumin­dest genau aus­su­chen. So bie­tet der Bil­dungs­fonds Brain Capi­tal nur Stu­den­ten der WHU – Otto Beis­heim School of Manage­ment und der Bude­ri­us Law School Hil­fe an. Die Fonds der deut­schen Bil­dung und des Care­er Con­cept bie­ten allen Stu­den­ten der­lei Fonds­hil­fe an.

Über 90 % aller Stu­den­ten finan­zie­ren sich übri­gens zu etwa der Hälf­te aus dem Geld der Eltern, zu 24 % aus Neben­jobs und nur zu 16 % aus dem BAföG. Ein nicht mehr im Eltern­haus woh­nen­der Stu­dent hat pro Monat 864 € zur Ver­fü­gung. Der größ­te Aus­ga­ben­pos­ten ist wie bei vie­len ande­ren Men­schen auch das Woh­nen, dass 34 % des ins­ge­samt zur Ver­fü­gung ste­hen­den Gel­des pro Monat aufzehrt.

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zu die­sem Thema:
Ghost­wri­ter.nu: Die Schul­den der Aka­de­mi­ker . Ghostwriter.nu-News vom 24.11.2014.