Studienaufenthalte im Ausland werden immer beliebter

(Ghost­wri­ter.nu) Der neu­es­te Bericht über inter­na­tio­na­le Mobi­li­tät von Stu­den­ten und Wis­sen­schaft­lern zeigt: Der Anteil der Stu­den­ten, die auch im Aus­land stu­die­ren, steigt.

Jeder zwei­te Stu­dent soll bis zum Jahr 2020 wäh­rend sei­nes Stu­di­ums Aus­lands­er­fah­run­gen gesam­melt haben. Das zumin­dest ist erklär­tes Ziel der deut­schen Bil­dungs­po­li­tik, und die Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Johan­na Wan­ka hat die­ses Ziel erst vor weni­gen Tagen wie­der­holt. Und schien die­ses Ziel bis vor kur­zem noch uner­reich­bar oder die dies­be­züg­li­che Ent­wick­lung sogar rück­läu­fig – Ghostwriter.nu berich­te­te hier­über hier -, scheint das jetzt anders aus­zu­se­hen. Der neu­es­te Bericht über inter­na­tio­na­le Mobi­li­tät von Stu­den­ten und Wis­sen­schaft­lern weist eine Stei­ge­rung der Aus­lands­auf­ent­hal­te von Stu­den­ten im Jahr 2013 von 32 auf 37 % auf.

Bei die­ser Zunah­me han­delt es sich um Stu­den­ten im Eras­mus-Pro­gramm, in einem Prak­ti­kum oder in einem Sprach­kurs. Es han­delt sich zwar häu­fig um nur sehr kur­ze Auf­ent­hal­te, die weni­ger als drei Mona­te betra­gen. Doch immer­hin: Offen­bar ist eine Wen­de geschafft.

Die reich­lich zähe Ent­wick­lung der Stu­den­ten­zahl im Aus­land war bis­her ins­be­son­de­re der Tat­sa­che geschul­det, dass Stu­di­en­leis­tun­gen im Aus­land vor allen Din­gen im Bache­lor-Stu­di­um in Deutsch­land nicht aner­kannt wur­den und somit die Regel­stu­di­en­zeit ver­fehlt wur­de, wenn man als Stu­dent im Aus­land ver­weil­te oder ver­wei­len woll­te. Mitt­ler­wei­le kön­nen jedoch Drei­vier­tel der Stu­di­en­leis­tun­gen im Aus­land in Deutsch­land aner­kannt wer­den und von dem übri­gen Vier­tel zumin­dest ein Teil. Ins­be­son­de­re Mas­ter­stu­den­ten gehen ver­mehrt ins Aus­land, hier kann ein Plus von 10 % ver­zeich­net werden.

Wei­ter­hin gehen deut­sche Stu­den­ten am liebs­ten nach Öster­reich, in die Nie­der­lan­de, in die Schweiz und auch nach Groß­bri­tan­ni­en. Da Groß­bri­tan­ni­en die Stu­di­en­ge­büh­ren mitt­ler­wei­le drei­mal so hoch sind wie frü­her, ist der Aus­lands­auf­ent­halt deut­sche Stu­den­ten dort jedoch rück­läu­fig. Dem gegen­über sind US-ame­ri­ka­ni­sche, bri­ti­sche und fran­zö­si­sche Stu­den­ten im Ver­gleich zu deut­schen Stu­den­ten ungleich immobiler.

Besag­tem neu­es­ten Bericht über inter­na­tio­na­le Mobi­li­tät von Stu­den­ten und Wis­sen­schaft­lern ist übri­gens auch zu ent­neh­men, dass jeder neun­te Stu­dent in Deutsch­land aus dem Aus­land kommt, Ten­denz stei­gend. Ghostwriter.nu berich­te­te von die­ser Ten­denz schon Anfang des Jah­res. 2014 stu­dier­ten nun 19.000 aus­län­di­sche Stu­den­ten mehr als im Vor­jahr, das war ein Plus von 7 %. Rund 300.000 aus­län­di­sche Stu­den­ten gibt es in Deutsch­land. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die­se Ent­wick­lung ein Zei­chen der Attrak­ti­vi­tät deut­scher Hoch­schu­len ist. Deutsch­land ist nach den USA und Groß­bri­tan­ni­en mitt­ler­wei­le das belieb­tes­te Land für aus­län­di­sche Stu­den­ten. Dies gilt vor allem für die Mas­ter­stu­di­en­gän­ge. Aus­län­di­sche Bache­lor-Stu­den­ten bre­chen ihr Stu­di­um zwar noch zu 41 % ab, und das ist doch immer etwas mehr als bei deut­schen Stu­den­ten. Bei Mas­ter­stu­di­en­gän­gen gibt es jedoch nur noch einer Abbruch­quo­te unter aus­län­di­schen Stu­den­ten von 9 %. Die Zahl der Stu­den­ten aus dem Aus­land hat sich ins­ge­samt seit dem Jahr 2008 mit heu­te 67.000 Stu­den­ten ver­drei­facht. Das ist ganz offen­sicht­lich auch der Tat­sa­che geschul­det, dass es immer mehr eng­lisch­spra­chi­ge Mas­ter­stu­di­en­gän­ge in Deutsch­land gibt. Ande­rer­seits ler­nen aus­län­di­sche Mas­ter­stu­den­ten dadurch immer weni­ger und schlech­ter Deutsch.

60 % der aus­län­di­schen Stu­den­ten wol­len übri­gens nach ihrem Stu­di­um zumin­dest noch eine Zeit lang in Deutsch­land blei­ben. Die meis­ten von ihnen brau­chen jedoch ein Jahr, um eine Arbeit zu fin­den. Am liebs­ten stu­die­ren aus­län­di­sche Stu­den­ten Sprach-und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten sowie Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten. Die meis­ten aus­län­di­schen Stu­den­ten in Deutsch­land stam­men aus den ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten und aus Asi­en. 70 % der aus­län­di­schen Stu­den­ten füh­len sich nach ihren eige­nen Aus­sa­gen wohl in Deutsch­land. Jedoch nur 45 % der aus­län­di­schen Stu­den­ten im Mas­ter­stu­di­um hat­ten regel­mä­ßig Kon­takt zu ihren deut­schen Mit­stu­den­ten. Am meis­ten müs­sen sich aus­län­di­sche Stu­den­ten mit der Woh­nungs­su­che her­um plagen.

Quel­le:

Deut­scher Aka­de­mi­scher Aus­tausch­dienst (DAAD); Deut­sches Zen­trum für Hoch­schul- und Wis­sen­schafts­for­schung (Hrsg.): Wis­sen­schaft welt­of­fen. Bie­le­feld 2015; Zusam­men­fas­sung und Direkt­down­load (pdf).