Ein Betriebswirt für 6.400,- EUR pro Jahr

(Ghostwriter.nu) Sieben Jahre sind seit der Finanzkrise vergangen. In dieser Zeit wurden zahlreiche Studienabgänger in das Berufsleben entlassen. Das Gefühl dieser Studienabgänger ist im europäischen Raum nicht gut.

Sicherheit geht aus der größten Studentenumfrage in Europa vor, die das Trendence-Institut durchgeführt hat. Die Hälfte der angehenden Wirtschaftswissenschaftler glauben demnach, dass es schwierig wird, einen Arbeitsplatz zu finden. Unter den Technikern sind es fast genauso viele, 43 %. Die Kluft zwischen DACH – Deutschland Österreich Schweiz – und dem Rest der europäischen Länder ist frappant. Doppelt so viele südeuropäische BWL-Studenten machen sich Sorgen, einen Arbeitsplatzes überhaupt zu bekommen. Bei den Ingenieuren sind fast dreimal soviele.

Die jungen Franzosen haben mit fast 93% das größte Sicherheitsempfinden. Währenddessen verspüren die Portugiesen, Griechen und Italiener zwischen 57 und 69 % an Sicherheitsempfinden und damit deutlich weniger. Je unsicherer die Arbeitsmarktlage ist, desto flexibler sind die jungen Leute offensichtlich.

Demgegenüber wissen die deutschen Hochschulabgänger ziemlich genau um ihren Marktwert. Sie verlangen zu fast 90% einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Unangefochtener Spitzenreiter bei den Wunscharbeitgebern in Europa bleiben die Autobauer: BMW, Audi, Porsche, VW, Daimler

Danach kommen Siemens, Bosch, Bayer und BASF. Die Beliebtheit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften irritiert: EY, PWC, KPMG und Deloitte liegen auf den Plätzen 5-8. Unternehmensberatungsgesellschaften liegen hingegen im weniger guten Bereich, führend von der Boston Consulting Group (BCG) mit Rang 22 von 100 und gefolgt von McKinsey auf Rang 24. Die durchdrehenden Unternehmensberater-Jobs, die sowieso kein Mensch auf Dauer aushalten kann, scheinen ganz offensichtlich negativ auf die Unternehmensberater-Überflieger zu wirken.

Interessanterweise ist aber der europäische Banken-und Finanzsektor die beliebteste Branche unter den Wirtschaftsstudierenden trotz der Finanzkrise, die eben diese Branche reichlich in Misskredit eingebracht hat. Die europäische Zentralbank, Goldman Sachs, JP Morgana Chase und die Deutsche Bank sowie Uni-Kredit liegen hier an den ersten begehrten Stellen von Wirtschaftswissenschaftlern.

Die Arbeitgeber müssen sich laut Tendence angeblich bemühen, ihre Qualifikation gegenüber Bewerbern dahingehend auszurichten, als dass die Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung zu erfüllen, gute Karrierechancen anzubieten, attraktive Arbeitsaufgaben zu liefern und die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeiter aufrecht zu erhalten seien.

Insgesamt wollen Studienabgänger weniger arbeiten. Knapp 43 Arbeitsstunden pro Woche ist das Maximum. Dafür wollen Studienabgänger im Durchschnitt auch Europa-durchschnittlich nur noch 23.500 € bekommen. Vor wenigen Jahren waren es noch 27.600 €. Dabei geht die Gehaltsschere in Europa immer stärker auseinander. Während bulgarische Betriebswirte 6.400,- € pro Jahr verlangen, wollen die Schweizer 64.000 € pro Jahr haben oder glatt zehnmal so viel wie die Bulgaren bei gleicher Leistung. In Deutschland beträgt das Einstiegsgehalt 44.000 € im Durchschnitt. Techniker wollen als Einstiegsgehalt in Deutschland 47.100 € haben, in der Schweiz wären es 63.000 € vor Norwegen und Dänemark mit jeweils 51.000 €. Die Hochschulabsolventen in Mittel- und Osteuropa, Russland und der Türkei liegen im technischen Bereich zumindest jedoch bei durchweg 15.000 € pro Jahr.

Quelle:

Trendence Institute, http://www.trendence.com/unternehmen/rankings/germany.html