Skurrile Bildungspolitik in Baden-Württemberg

Stutt­gart am Ran­de öffent­li­chen Auf­ruhrs – Bio­lo­gie­un­ter­richt der 5. und 6. Schul­klas­sen wird abgeschafft.

Stutt­gart am Ran­de öffent­li­chen Aufruhrs

800 „Besorg­te Eltern“, so der Name besag­ter Grup­pie­rung, haben am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de in Stutt­gart gegen die „sexu­el­le Viel­falt“ und „Tole­ranz gegen­über unter­schied­li­chen sexu­el­len Lebens­for­men“ demons­triert, die laut eines bis­he­ri­gen Arbeits­pa­piers in den neu­en Bil­dungs­plan Baden-Würt­tem­bergs als Toleranz-„Ausbildung“ Ein­gang fin­den soll. Die Orga­ni­sa­to­ren die­ser Demons­tra­ti­on schütz­ten sich gleich selbst durch Auf­stel­lung von ca. 100 Ord­nern. 500 Men­schen demons­trier­ten zeit­gleich für die­ses Vor­ha­ben. Und 400 Poli­zis­ten, voll gerüs­tet in Helm und Kör­per­schutz, muss­ten die bei­den Grup­pen von­ein­an­der fern­hal­ten, um in der auf­ge­heiz­ten Atmo­sphä­re Schlim­me­res zu verhüten.

Baden-Würt­tem­bergs Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) hat­te zuvor mehr­fach vor einem „Kul­tur­kampf“ in die­ser Sache gewarnt und demen­tiert, dass Schul­kin­der sexu­ell umer­zo­gen wer­den soll­ten. Stein des Ansto­ßes waren typi­sche Fomu­lie­run­gen aus der umstrit­te­nen „Gen­der-Theo­rie“ in besag­tem Bil­dungs­plan-Arbeits­pa­pier, die jetzt wahr­schein­lich von den Lob­by­or­ga­ni­sa­tio­nen der Homo­se­xu­el­len stam­men sol­len. Die Gen­der-Theo­rie ver­neint im Kern eine bio­lo­gisch deter­mi­nier­te Weib­lich­keit und Männ­lich­keit und sieht die Frau und den Mann viel­mehr als rei­nes sozi­al­ge­sell­schaft­li­ches Rollen-Produkt.

Bio­lo­gie­un­ter­richt der 5. und 6. Schul­klas­sen wird abgeschafft.

Damit ein­her­ge­hend (?) soll in der 5. und 6. Schul­klas­se Baden-Würt­tem­bergs der Bio­lo­gie­un­ter­richt ab 2016/17 (Gym­na­si­en) bzw. 2015/16 (alle ande­ren Schu­len) als sepa­ra­tes Fach abge­schafft wer­den und zusam­men mit Phy­sik und Che­mie in das

neue Schul­fach „Natur­phä­no­me­ne und Technik„aufgehen. Schul­lei­ter sol­len hier künf­tig auch fach­frem­de Leh­rer ein­set­zen dürfen.

Skur­ril mutet es dann aller­dings an, dass die Jour­na­lis­tin, die über die­sen Sach­ver­halt heu­te berich­tet (Mül­ler 2014), bei ihrem Ver­such, mit Bio­lo­gie­leh­rern und fach­na­hen ande­ren Leh­rern über die­ses The­ma in Kon­takt zu kom­men, von eben die­sen Leh­rern beschie­den wor­den sein soll, ihnen, die­sen betrof­fe­nen Leh­rern, sei von Sei­ten des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums Baden-Würt­tem­bergs nahe gelegt wor­den, in die­ser Sache nicht in Kon­takt mit der Pres­se zu treten.

Quel­len die­ser News:
o. V. (2014): Aus­schrei­tun­gen in Stutt­gart. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 03.03.2014, S. 4.
Ghost­wri­ter.nu: Sex als Haupt­kri­te­ri­um in Bil­dungs­plä­nen? . Ghostwriter.nu-News vom 13.01.2014.
Ghostwriter.nu: Hoch­schul­ge­setz – Sexu­el­le Viel­falt – Ganz­tags­schu­len – G9-Abitur . Ghostwriter.nu-News vom 19.02.2014.
Mül­ler, Sas­kia (2014): Grün im Geis­te? In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 05.03.2014, S. N 4 (For­schung und Lehre).