Sex als Hauptkriterium in Bildungsplänen?

Gen­der-Theo­re­ti­ker schrei­ben baden-würt­tem­ber­gi­schen Bil­dungs­plan für 2015 mit nicht hete­ro­se­xu­el­ler Aus­rich­tung als Schwer­punkt schu­li­scher Tole­ranz-Bil­dung. Und das gibt Zoff.

Heiß her geht es der­zeit im grün-rot regier­ten Baden-Würt­tem­berg. Mehr Tole­ranz gegen­über unter­schied­li­chen sexu­el­len Ori­en­tie­run­gen soll im Baden-Würt­tem­ber­gi­schen Bil­dungs­plan 2015 unter dem Stich­wort „Sexu­el­le Viel­falt“ ver­an­kert wer­den. Und das als ein Leit­prin­zip. Blöd dabei: Die­se Idee hat­ten ganz offen­sicht­lich aus­ge­wie­se­ne Gen­der-Theo­re­ti­ker, die sich in ihren For­mu­lie­run­gen auch noch ein­deu­tig als sol­che „geou­tet“ haben: „Schü­le­rin­nen und Schü­ler ken­nen die ver­schie­de­nen For­men des Zusam­men­le­bens von/mit LSBT­TI-Men­schen und reflek­tie­ren die Begeg­nun­gen in einer sich wan­deln­den, glo­ba­li­sier­ten Welt.“ (zit. baden-würt­tem­ber­gi­scher Bil­dungs­plan-Ent­wurf 2015 nach o. V. 2014). LSBTTI ist das Kür­zel von Gen­der-Theo­re­ti­kern für ‚lesbi­sche, schwu­le, bise­xu­el­le, trans­se­xu­el­le, trans­gen­der- und inter­se­xu­el­le Identität.

Und so stel­len sich bei­de Kir­chen gegen die­sen Bil­dungs­plan, der ins­ge­samt kei­nen kla­ren anthro­po­lo­gi­schen Bezugs­rah­men und auch kei­ne Wer­te­ori­en­tie­rung habe. Ein Leh­rer star­te­te erst vor weni­gen Tagen eine offe­ne Online-Peti­ti­on unter dem Titel „Kein Bil­dungs­plan unter der Ideo­lo­gie des Regen­bo­gens“ – und kas­sier­te prompt eine Dienst­auf­sichts­be­schwer­de wegen angeb­li­chem Ver­stoß gegen das Mäßi­gungs­ge­bot von Beam­ten. (Der Regen­bo­gen ist das Sym­bol für das glei­che Geschlecht Lie­ben­de.) Die CDU kri­ti­siert, Tole­ranz sie das Mega­the­ma, nicht Sexua­li­tät. Der 20-jäh­ri­ge Lan­des­schü­ler­spre­cher Chris­ti­an Stärk fin­det seit vor­ges­tern die Sex-Idee in Bil­dungs­plä­nen gar nicht so schlecht: „Eine sexu­el­le Iden­ti­tät hat man, die fin­det man nicht in der Schu­le.“ (zit. Stärk 2014). Ein Jour­na­list gibt vor drei Tagen zu beden­ken, dass „damit, dass Schü­ler, wenn sie ‚Wer­te­un­ter­richt‘ hören, gäh­nen und sich auf Dis­kus­sio­nen mit fest­ste­hen­dem Ergeb­nis ohne Prü­fungs­fol­gen ein­stel­len“ wohl nie­mand rech­net (Kau­be 2014). Grün und Rot ver­tei­di­gen die­se Bil­dungs­plan-Idee und beteu­ern, das christ­li­che Men­schen­bild und Fami­lie, Eltern und Ehe sei­en wei­ter­hin Bezugs­rah­men auch des Bil­dungs­plans 2015, der noch gar nicht fer­tig sei (o. V. 2014). Die fünf

Leit­prin­zi­pi­en die­ses Bil­dungs­plans 2015 sei­en (1) beruf­li­che Ori­en­tie­rung, (2) Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung, (3) Medi­en­bil­dung, (4) Prä­ven­ti­on und Gesund­heits­för­de­rung und (5) Ver­brau­cher­bil­dung, beglei­tet von Demo­kra­tie­er­zie­hung oder Frie­dens­er­zie­hung (ebd.). Und der Chef des Lan­des­phi­lo­lo­gen­ver­ban­des Bernd Saur meint, Tole­ranz kön­ne auch an Kri­te­ri­en wie Reli­gi­on oder Haut­far­be durch­ge­spielt wer­den statt an Sexualität. 

Na dann.

Quel­len die­ser News:
o. V. (2014): Wei­ter Streit über Bil­dungs­plan. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 13.01.2014, S. 2.
Kein Bil­dungs­plan unter der Ideo­lo­gie des Regen­bo­gens, https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-verantwortung-lernen-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens (Stand 13.01.2014)
Stärk, Christian/Leppin, Jonas (2014): Inter­view mit Lan­des­schü­ler­spre­cher: „Nie­mand wird wegen des Bil­dungs­plans schwul“. In: Spie­gel Online vom 11.01.2014, http://www.spiegel.de/schulspiegel/christian-staerk-landesschuelerbeirat-ueber-den-bildungsplan-in-bawue-a-942891.html (Stand 13.01.2014).
Kau­be, Jür­gen (2014): Bür­gers Begeh­ren. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 10.01.2014, S. 29.