Schweizer Hochschulen – FH gegen Uni – Online-Studium – Karriererückblicke

Die Schweizer Hochschulen erhalten viel Geld – Fachhochschulen rentieren mehr als Universitäten – LMU bietet massives Online-Studium – Kaum jemand blickt ohne Reue auf seine Karriere zurück

Blühende Schweizer Hochschulen

Die Schweiz investiert mit 3,1 Prozent ihres Bruttosozialprodukts relativ gesehen weltweit am meisten in Forschung und Entwicklung (F+E). 18,5 Milliarden Franken (ca. 15 Milliarden EUR) flossen 2012 in den F+E-Bereich. Hierbei steigerte sich der Wert für Hochschulen mit einem Zuwachs von 32 Prozent auf 5,2 Milliarden Franken am stärksten. Davon gaben Bund und Kantone 4,2 Milliarden Franken den Hochschulen oder ca. 80 Prozent. Auch das Personal im F+E-Bereich stieg seit 2008 um 17 Prozent auf nunmehr 117.000 Beschäftigte in der Schweiz.

Quelle:
o.V.: Schweiz investiert 19 Mrd. Franken in Forschung und Entwicklung. In: Blick.ch vom 08.07.2014, http://www.blick.ch/news/schweiz/bildung-und-wissenschaft-schweiz-investiert-19-mrd-franken-in-forschung-und-entwicklung-id2970539.html

Fachhochschulen einträglicher als Universitäten?

Fachhochschulen zahlen sich im späteren Berufsleben für Studierende mehr aus als Universitäten. Das zumindest haben Ökonomen der Schweizer Großbank UBS errechnet. Die durchschnittliche zusätzliche Rendite von Fachhochschulabsolventen beträgt 10 Prozent (Männer) bzw. 9 Prozent (Frauen) jährlich gegenüber Nichtstudierten , während Aktien durchschnittlich nur 8 Prozent Rendite pro Jahr abwerfen. Abgeschlagen sind Universitätsabsolventen: Männer können eine jährliche Rendite von 6 Prozent gegenüber Nichtstudierten in ihrem Berufsleben herausholen, Frauen nur 2 Prozent. Begründet wird diese Differenz zwischen Fachhochschul- und Universitätsabsolventen vor allem mit der unterschiedlichen Dauer der Hochschulausbildung (in der Schweiz).

Quelle:
Hollenstein, Yves: Fachhochschule lohnt sich mehr als Uni. In: „20 Minuten“ vom 07.07.2014, http://www.20min.ch/finance/news/story/Fachhochschule-lohnt-sich-mehr-als-Uni-21121236

Online-Studium massiv

Die größte Präsenzuniversität Deutschlands, die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), bietet seit nunmehr einem Jahr eines der größten Online-Studienangebote im deutschsprachigen Raum. 200.000 Einschreibungen für insgesamt vier Online-Kurse aus den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften, Philosophie, Biologie und Geologie konnten verzeichnet werden. 15 Prozent oder 30.000 Teilnehmer hielten bis zum Ende durch. Normal sind bei derlei Kursen 5 Prozent. Die Teilnehmer kamen von überall auf der Welt

bis hin nach Brasilien und China. Die Kurse können über Coursera absolviert werden, eine an der US-Uni Stanford entwickelte Plattform. Es gibt keine Zulassungsbeschränkung, keine Gebühren und keine vorausgesetzten Kenntnisse. Nun wird eine Zusammenarbeit mit dem Netzwerks Virtuelle Hochschule Bayern (VHB) angedacht, die derzeit 340 Online-Kurse im Internet anbieten, diese aber auch als anerkannte Leistungsnachweise für Komplettstudiengänge – etwas, was dem Online-Angebot der LMU noch fehlt.

Quelle:
Krass, Sebastian: München lockt Online-Studenten. In: Sueddeutsche.de vom 08.07.2014,, http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ludwig-maximilians-universitaet-muenchen-lockt-online-studenten-1.2034910

Im Beruf noch mal von vorne anfangen

Sich mehr weiterbilden (34 Prozent) würden im Beruf Stehende, wenn sie das Rad der Zeit noch einmal zurückdrehen und ihr Berufsleben von vorne beginnen könnten. 28 Prozent würden ein anderes Studium bzw. eine andere Ausbildung wählen, die ihren Neigungen und persönlichen Interessen mehr entspricht. Und 27 Prozent würden mehr Spaß aus ihrer Arbeit herausholen und sich weniger Karrieredruck machen. Das ergab eine Umfrage des Personalberaters von Rundstedt gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact. Sie interviewten 799 Berufstätigen in Voll- und Teilzeit. Knapp 25 Prozent der Befragten tut es weiterhin Leid, nicht eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedacht zu haben. 23 Prozent würden mehr Wert auf ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Arbeiten legen. Und nur 14 Prozent wollen im Rückblick auf das Gewesene nichts verändern, könnten sie ihren Berufswerdegang noch einmal beginnen. Frauen äußerten sich tendenziell zufriedener als Männer.

Quelle:
o.V.: Das bereuen Mitarbeiter am meisten. In: Haufe.de vom 08.07.2014, http://www.haufe.de/personal/hr-management/mitarbeiterzufriedenheit-was-mitarbeiter-bereuen_80_263074.html

Alle angegebenen Internetadressen Stand 08.07.2014.