Die Schulden der Akademiker

Britische Studenten häufen ca. 55.000,- EUR Schulden für ihr Studium auf. In den USA sind es „nur“ 27.000,- EUR. Und die Universitätskliniken Deutschlands machen 375 Mio. EUR Verlust jährlich.

USA

44.000 britische Pfund Schulden oder ca. 55.000 EUR häufen britische Studenten durchschnittlich an für ihr Studium. Darüber haben die Ghostwriter.nu-News in den letzten News unter anderem bereits berichtet.

Heute geht es um US-amerikanische Studenten. Ihnen geht es im Vergleich zu ihren britischen Kommilitonen gut. “Nur“ 33.000 US-Dollar Schulden häufen diese für ihr Studium an, das sind umgerechnet nur knapp 27.000 € und damit ziemlich genau die Hälfte der Schulden britischer Studenten. Brisant ist in den USA indes, dass etwa 70 % aller Studenten die dortige Hochschule, das College, mit Schulden verlassen. Weiterhin brisant ist auch, dass Bildung in den USA immer teurer wird. Der Jahrgang 2014 soll nach einer Analyse der Firma Edvisors, die sich auf Bildungsfinanzierung spezialisiert hat, der höchstverschuldete Studentenjahrgang sein, den es gegeben hat. In der Tat etwa 700.000 Haushalte von über 65-jährigen Personen gibt es auch noch in den USA, die ihre Studienkredite nicht abbezahlt haben, d.h. während ihres gesamten Berufslebens nicht abzahlen konnten. So ist es kein Wunder, dass nach einer Umfrage der Beratungsfirma PWC nur noch ein Fünftel der 18-bis 29-jährigen in den USA Studienkredite für eine gute Investition hält.

Studienkredite sind in den USA Finanzprodukte. Allerdings werden diese zu einem großen Teil über die öffentliche Hand abgewickelt. Und das ist auch ein zweischneidiges Schwert. Denn auf der einen Seite hat die öffentliche Hand die Aufgabe, möglichst vielen Studienwilligen einen möglichst günstigen Studienkredit zu verschaffen. Tatsächlich aber ist es auch die öffentliche Hand, der Staat, der ein ganzes Leben lang den direktestmöglichen Griff auf seine Schuldner hat.

Baden-Württemberg

Meint man, dass Deutschland damit ein Hort von Schuldenlosen wäre, so irrt man. War es vor 20 oder 30 Jahren hoch erstrebenswert Arzt zu werden, da damals diese Berufsgruppe als sehr zukunftsfähig angesehen wurde, so ist der Beruf des Arztes schon seit vielen Jahren geprägt von hohem Stress, vielen Überstunden und Unterbezahlung. Ein Schlaglicht darauf mag der aktuelle Pflegenotstand der Universitätskliniken Deutschlands werfen. Allein die vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg haben in diesem Jahr 2014 625.000 Überstunden gemacht. 12,5 Millionen EUR müssen für diese Überstunden extra bezahlt werden, was etwa 400 Vollzeitstellen in der Pflege bedeutet. Ein Plus erwirtschaftet keine der Universitätskliniken in Baden-Württemberg; die Ulmer Klinik erwirtschaftet als bisher einzige jetzt schon ein Defizit.

Mit der Einführung des Fallpauschalensystems, dass für Patienten und Kunden in vielen Fällen irritierend niedrige, einstellige Eurobeträge für vielerlei ärztliche Tätigkeiten festschrieb, haben die 33 Universitätskliniken in Deutschland allein in den beiden Jahren 2012 und 2013 ein Defizit von sage und schreibe 750 Millionen EUR “erwirtschaftet“.

Ergänzende News:
Ghostwriter.nu: Der Markt in der Hochschule versagt. Ghostwriter.nu-News vom 19.11.2014.