Schavan neue Botschafterin beim Vatikan

Im Febru­ar 2013 trat Frau Scha­van als Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin zurück, weil die Uni Düs­sel­dorf ihr ihren Dok­tor­ti­tel wegen Täu­schung ent­zo­gen hat­te. Gescha­det hat ihr das offen­sicht­lich nicht son­der­lich. Jetzt soll sie gar einen der wich­tigs­ten Pos­ten des Aus­wär­ti­gen Amtes bekommen.

Wegen „vor­sätz­li­cher Täu­schung durch Pla­gi­at“ (Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf, zit. nach o. V. 2014) ist Frau Annet­te Scha­van von der Uni­ver­si­tät vor ziem­lich genau einem Jahr der Dok­tor­ti­tel ent­zo­gen wor­den. Frau Scha­van klag­te dage­gen – der ers­te Gerichts­ter­min ist für den 20.03.2014 anbe­raumt – und trägt ihren Dok­tor­ti­tel bis heu­te. Vom Amt der Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin muss­te sie trotz­dem zurück­tre­ten, was vor allem die Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel bedauerte.

Das schien der Bevöl­ke­rung egal zu sein. Denn bei der letz­ten Bun­des­tags­wahl 2013 erziel­te Frau Scha­van in ihrem Wahl­kreis Ulm ein Bun­des­tags-Direkt­man­dat mit weit über 50 Pro­zent aller abge­ge­be­nen Stimmen.

Jetzt hat das Aus­wär­ti­ge Amt Frau Scha­van den Bot­schaf­te­rin­nen-Pos­ten für Deutsch­land beim Vati­kan ange­bo­ten. Auf glei­cher Ebe­ne mit die­sem Bot­schafts-Pos­ten ste­hen nur noch die Bot­schaf­ter für Deutsch­land in Washing­ton, Mos­kau Lon­don und Paris. Frau Scha­van will annehmen.

Frau Scha­van gilt als über­zeug­te Katho­li­kin. Ein Wech­sel vom Bun­des­tags­man­dat in einen Bot­schafts­pos­ten gilt als sel­ten; z.B. der ehe­ma­li­ge Bun­des­tags­prä­si­dent Phil­ipp Jen­niger (CDU) vollzog

eben­falls einen sol­chen Wech­sel, u.a. auch als Bot­schaf­ter Deutsch­lands beim Vati­kan. Der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de im Stutt­gar­ter Land­tag, Peter Hauk, bezeich­ne­te den vor­aus­sicht­li­chen Weg­gang Frau Scha­vans als „her­ben Ver­lust“ (zit. Peter Hauk nach o.V. 2014) für sei­ne Partei.

Die Aberken­nung eines Dok­tor­ti­tels muss also offen­sicht­lich kei­nes­weg all­zu nega­ti­ve Kon­se­quen­zen bedeu­ten. Bei Frau Scha­van muss man über­rascht womög­lich zur Kennt­nis neh­men: im Gegenteil.

Quel­le:
o. V. (2014): Scha­van wird Bot­schaf­tern beim Hei­li­gen Stuhl. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung von heu­te, den 04.02.2014, S. 2.