Pisa in der Kritik

Ü500 Wis­sen­schaft­ler und Päd­ago­gen auf der gan­zen Welt haben mitt­ler­wei­le einen offe­nen Brief gegen PISA unter­zeich­net, der vor­letz­ten Sonn­tag erst­mals ver­öf­fent­licht wur­de und zum ver­gan­ge­nenm Wochen­en­de Ein­gang in die Medi­en fand. Die Kri­tik ist heftig.

Dr. Andre­as Schlei­cher heiß der Erfin­der und Koor­di­na­tor des jähr­li­chen „Pro­gramm for Inter­na­tio­nal Stu­dent Assess­ment“, genannt PISA, der Orga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD). Wie Schlan­ge auf dejn Igel star­ren Bil­dungs­po­li­ti­ker auf der gan­zen Welt auf die stän­di­gen PISA-Tests und -Ergeb­nis­se und ver­su­chen danach Bil­dungs­po­li­tik aus­zu­rich­ten. Jetzt wer­den gewich­ti­ge Stim­men in einer kon­zer­tier­ten Akti­on gegen PISA laut.

Zen­tra­ler Kri­tik­punkt die­ser Stim­men, die sich vor­letz­ten Sonn­tag, den 04.05.2014, erst­mals erho­ben und seit dem Wochen­en­de zuneh­men­den Ein­gang in die Medi­en fan­den, ist die Ver­öko­no­mi­sie­rung der Bil­dung durch die bis­he­ri­gen PISA-Fra­gen und -tests, eine Eng­füh­rung des Bil­dungs­be­griffs und -ver­ständ­nis­ses nur auf mess­ba­re, d.h. quan­ti­ta­ti­ve Aspek­te und eine feh­len­de demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on und Kon­trol­le der PISA-Tests bzw. der OECD

So wür­den neu auf­ge­kom­me­ne gewerb­li­che Bildungs-„Berater“ für Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen und die Bil­dungs­po­li­tik aus jedem PISA-Test Kapi­tal schla­gen, wobei das Bil­dungs­wis­sen doch bei den Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen läge, die angeb­lich bera­ten wer­den müss­ten. Qua­li­ta­ti­ve Bil­dungs­as­pek­te und damit der eigent­li­che, tie­fe­re Sinn von Bil­dung, näm­lich kör­per­li­che, mora­li­sche, staats­bür­ger­li­che und künst­le­ri­sche Aspek­te und die zen­tra­len Bil­dungs­zie­le der Mit­wir­kung an demo­kra­ti­scher Selbst­be­stim­mung, mora­li­schem Han­deln und an einem Leben in per­sön­li­cher Ent­wick­lung, Rei­fung und per­sön­li­chem Wohl­be­fin­den wären völ­lig aus dem Blick gera­ten. Und natio­na­le und inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen, deren Auf­trag über den öko­no­mi­schen Aspekt öffent­li­cher Bil­dung hin­aus­geht und die sich mit Gesund­heit, umfas­sen­der Ent­wick­lung, Wohl­be­fin­den und Glück der Schü­ler und Leh­rer beschäf­ti­gen, sei­en über­haupt nicht in PISA involviert.

Ange­regt hat die­sen offe­nen Brief übri­gens der deut­sche Bil­dungs­wis­sen­schaft­ler Heinz-Die­ter Mey­er. der an der Sta­te Uni­ver­si­tät in New York lehrt. Zu den Erst­un­ter­zeich­nern gehö­ren unter ande­rem auch der Phi­lo­soph Kon­rad Paul Liess­mann von der Uni­ver­si­tät Wien oder der Didak­tik-Pro­fes­sor Hans-Peter Klein von der Uni­ver­si­tät Frankfurt. 

Quel­le die­ser News:
Offe­ner Brief an Andre­as Schlei­cher, OECD, Paris. Auto­ri­sier­te Fas­sung von „ Open Let­ter to Andre­as Schlei­cher“ ; Über­set­zung: Gesell­schaft für Bil­dung und Wis­sen e.V., http://bildung-wissen.eu/wp-content/uploads/2014/05/offener-brief-schleicher-autoriserte-fassung.pdf (Stand 12.05.2014)