OECD zu Hochschulbildung, Arbeitslosigkeit und PISA

Die OECD hat wieder zugeschlagen. Doch nur langsam werden die bereits am Montag dieser zu Ende gehenden Woche veröffentlichten Daten der Öffentlichkeit bekannt. Das Hochschulstudium ist kein Garant für Arbeit. Die Arbeitslosigkeit Jüngerer ist strukturell doppelt so hoch wie die Älterer. Und die zahlreichen PISA-Reformen jahraus jahrein sind ohne Evaluationen.

Hochschulstudium kein Garant für Arbeit

Wichtigste Erkenntnis für das Hochschulstudium bzw. die akademische Ausbildung ist: der Anteil der Akademiker in einem Land und die Arbeitslosenquote stehen in keinem direkten Zusammenhang. Diese Kehrtwende vollzog die OECD zwar schon vor zwei Jahren. Jetzt hat sie diese Kehrtwende indes noch einmal unterstrichen: Während in Deutschland nur 27 % aller jungen Menschen von 25-34 Jahren einen Hochschulabschluss haben, im OECD-Durchschnitt 40 % liegt und zum Beispiel in Spanien gar 41 %, ist die Arbeitslosenquote insgesamt, insbesondere aber die Jugendarbeitslosenquote in Deutschland, ungleich geringer als in fast allen anderen OECD-Staaten wie z.B. auch in Spanien. Deutschland hat mir die geringste Jugendarbeitslosenquote.

Der Grund wird in der dualen Ausbildung in Deutschland gesehen. Viele junge Menschen lernen hier einen höherwertigen praxisbezogenen Beruf. Die OECD sieht diese duale Berufsausbildung mittlerweile als Pfeiler der Bildung in Deutschland an.

Dennoch gibt es erschreckend viele junge Menschen, die weder ein Studium noch eine Berufausbildung absolvieren. Wieder wird hier Deutschland gelobt, denn hier beträgt diese Quote nur 10 % unter allen Jugendlichen zwischen 25 und 34 Jahren. Nur Luxemburg und Island sind mit acht Beziehung weise 9 % besser als Deutschland. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 18 %. Aber auch 10 % ist nach Auffassung von Ghostwriter.nu eine viel zu hohe Zahl.

Arbeitslosigkeit unter Jungen deutlich höher als unter Älteren

Trotz dieser durchweg positiven Signale hinsichtlich Ausbildung, Bildung und Beruf bei Jugendlichen bzw. jungen Menschen konstatiert die OECD auch, dass vor allem die Arbeitslosigkeit in den OECD-Mitgliedsstaaten unter jungen Menschen bedeutend höher ist als unter den älteren. Verglichen wurde die Altersspanne wieder der 25-34-Jährigen und dann der 55-64-Jährigen. Ergebnis: In der Gruppe derjenigen, die kein Abitur oder vergleichbare Schulabschlüsse haben, sind 21 % der Jüngeren ohne Arbeit, aber nur 10 % der Älteren. In der Gruppe der höheren Bildungsabschlüsse, eben etwa mit einem Studium, haben die Jungen eine Arbeitslosenquote von 8 %, die älteren hingegen nur von 4 %. Die südeuropäischen Länder Griechenland, Italien, Spanien, und auch die Türkei wurde mit einbezogen, haben dagegen wie die letzten Jahre auch eine Arbeitslosenquote unter jungen Menschen von mehr als 30 %.

Begründet wird der letztlich doppelte Arbeitslosenanteil bei jüngeren Menschen im Vergleich zu Älteren damit, dass in Krisenzeiten, und eine Krisenzeit sieht die OECD hinsichtlich der Wirtschaftslage weltweit derzeit, ältere Arbeitnehmer bevorzugt werden gegenüber jüngeren Arbeitnehmern. Die Erfahrung wird in Krisenzeiten wichtiger als die Qualifikation. Des Weiteren gibt es in vielen Ländern dieser Welt eine Erhöhung des Rentenalters. Diese Erhöhung des Rentenalters verlangsamen die Rotation auf dem Arbeitsmarkt zwischen Jung und Alt, so die Begründung der OECD für dieses Missverhältnis der Arbeitslosenquoten von Jungen versus Älteren.

Die OECD sieht diese Entwicklung auch nicht abfallen, sondern ganz im Gegenteil ansteigen. Bis zum Jahr 2019 soll die Arbeitslosigkeit weltweit von 201 Millionen auf 212 Millionen Menschen anwachsen. Die OECD – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – zählt 34 Industrieländer.

Die Bundesregierung hat übrigens bereits im Jahr 2013 ein Programm namens MobiPro-EU aufgelegt, um Jugendlichen aus EU-Krisenländern in Deutschland mit deutscher staatlicher Hilfe eine Ausbildung zu ermöglichen. 7.700 junge Menschen profitierten bislang von diesem Programm; zwei Drittel von ihnen kamen aus Spanien.

PISA-Reformen ohne Evaluation

Wichtig erscheinen der OECD auch die Reformbemühungen im Bildungsbereich, die sie bereits um das Jahr 2000 herum in vielen Ländern angestoßen hat. Im Jahr 2001 war Deutschland hier dran mit dem sogenannten „Pisa-Schock“. In allen OECD-Ländern wurden seither zahllose Reformen durchgeführt, 450 Reformen, um genauer zu sein. Die OECD kritisiert hier indes seit Neuestem, dass nur 10 % dieser Maßnahmen evaluiert würden. Die Reformtreiber, allen voran die OECD, wissen also nicht, welche Reformen in den Klassenzimmern überhaupt wirken und wenn ja wie. Hier steht wiederum Deutschland im Gegensatz, dass vergleichsweise viele Bildungsreformen evaluiert.

Kritisch sieht die OECD auch, dass zu wenige Reformen versuchen die bekannte Kluft zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu minimieren. Nur 16 % aller Reformen zielen darauf ab die Gleichheit der Bildungschancen zu erhöhen. Deutschland ist hier aus OECD-Sicht mittlerweile aus dem Fokus der Kritik. Für Deutschland bleibt indes die Kritik, dass die Schüler zu früh in verschiedene weitere Schulbildungswege aufgeteilt würden. In diesem Zusammenhang lobt die OECD Deutschland mit dem hier neu eingeschlagenen Weg, erfolgreichen Schülern zunehmend unabhängig von der Schulart und dem letzten Schulabschluss das Abitur zu ermöglichen

Die bisher beschriebenen neuen Darstellungen der OECD mögen zum weiteren Nachdenken animieren. Letztgenannte Darstellung ist es nicht. Die Öffnung der Schulen für das Abitur und darauf aufbauend womöglich für ein Hochschulstudium hat in den letzten Jahren zu einem nicht vorstellbaren Qualifikations-Aderlass und einer Niveauabsenkung teilweise bodenlosen Ausmaßes geführt. Akademische Berater, Autoren und Ghostwriter sind jeden Tag mit dieser Entwicklung konfrontiert, die den Begriff Hochschulstudium zunehmend lächerlich machen und eine Gefahr für das Gemeinwesen hochspezialisierter Staaten, Wissens-Gesellschaften, werden.