Mediziner haben kein Mittel gegen Mers

(Ghostwriter.nu) Gestern ist ein 65 Jahre alter Mann in Niedersachsen an der Atemwegserkrankungen Mers gestorben. Er hatte sich auf der Arabischen Halbinsel mit dem neuen Virus infiziert und starb, nachdem er die Krankheit in einem wochenlangen Krankenhausaufenthalt eigentlich überwunden hatte, an einer anderen Lungenerkrankung als Folge von Mers. Der Mann ist das erste deutsche Todesopfer. Neben der Arabischen Halbinsel verbreitet sich der Mers-Virus insbesondere in Südkorea, wo die Weltgesundheitsorganisation WHO bisher 153 Fälle zählt, bisher 19 davon mit Todesfolge. Das Problem dabei: Es gibt derzeit kein Mittel gegen den Mers-Virus.

Der Mers-Virus gehört zu der Virus-Familie der Coronaviren, die viele Erkältungskrankheiten und auch die Krankheit Sars hervorbringen. 2012 wurde der Mers-Virus zum ersten Mal in Saudi-Arabien entdeckt.

Große, gewinnorientierte Pharmakonzerne haben (noch) kaum Anreiz, sich mit dieser Mers-Virus näher zu beschäftigen. Kleine Spezialisten befassen sich damit jedoch. Diese Spezialisten sind allesamt aktuell in den USA angesiedelt. Eines dieser Unternehmen kündigte bereits Ende Mai 2015 an, einen Mers-Impfstoff in die erste klinische Phase zu bringen, d.h. in an Menschen zu testen.

Mediziner sehen aktuell jedoch die einzige Chance, das Meeres-Virus zeitnah zu bekämpfen, darin, etablierte Medikamente, d.h. Medikamente oder Wirkstoffe, die bereits zugelassen sind, auf diesen Virus anzusetzen. So überprüften gleich nachdem die ersten Mers-Fälle in den USA auftraten Wissenschaftler der US-Medizinbehörde NIH und der medizinischen Hochschule Maryland in Baltimore 290 Wirkstoffe, die eigentlich für andere Krankheiten entwickelt worden waren und von der US-Aufsichtsbehörde FDA schon zugelassen waren oder zumindest in klinischen Tests schon weit fortgeschritten waren. Die Mediziner konnten bisher 27 Substanzen identifizieren, die mehr oder minder aktiv gegen den Meers-Virus sind. Diese Wirkstoffe stammen 13 verschiedenen Medikamentenklassen, darunter Krebs-und Psychopharmaka. Eine Lösung ist indes weiterhin noch nicht in Sicht.

Eine Seuchengefahr mit dem Meeres-Virus ist für Deutschland gering, so die Einschätzung deutscher Behörden. Dennoch hat der erste deutsche Todesfall die Aufmerksamkeit deutscher Mediziner verstärkt auf die Mers-Virus-Problematik gelenkt.