Leipziger Universität gerettet?

Am 31 August 2014 waren die letz­ten Land­tags­wah­len in Sach­sen. Die FDP flog aus dem Land­tag. Die CDU/FDP.Landesregierung wur­de abge­löst von einer CDU/­SPD-Lan­des­re­gie­rung. Seit­her ist die SPD zustän­dig für die Bil­dungs­po­li­tik des Landes.

Das hat nun­mehr offen­bar gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen für die säch­si­schen Uni­ver­si­tä­ten. Die frü­he­re Koali­ti­on aus CDU und FDP im ver­ein­bar­te mit den Uni­ver­si­tä­ten Sach­sens vor fünf Jah­ren näm­lich, dass in den 14 säch­si­schen Hoch­schu­len des Lan­des 1.000 unbe­fris­te­te Stel­len bis 2020 ent­fal­len soll­ten. Wel­che der Hoch­schu­len die­se Ein­spa­run­gen wie rea­li­sie­ren könn­ten, blieb ihnen über­las­sen. Ins­be­son­de­re die Fakul­tä­ten der Thea­ter­wis­sen­schaft, die Archäo­lo­gie und die Phar­ma­zie jeweils an der Uni­ver­si­tät Leip­zig waren damit bedroht und soll­ten voll­stän­dig geschlos­sen wer­den. 50 Mil­li­on € soll­te der Frei­staat Sach­sen damit ein­spa­ren kön­nen. Die TU Dres­den, die sich als Exzel­lenz­uni­ver­si­tät behaup­ten soll und grö­ßer ist als die Uni­ver­si­tät Leip­zig, soll­te indes jeg­li­ches Spa­ren erspart blei­ben, wie spä­ter herauskam.

Die drei genann­ten Fach­be­rei­che der Uni­ver­si­tät Leip­zig wur­den dabei gut nach­ge­fragt. Die Hoch­schul­rek­to­rin Bea­te Schütt­king sprach des­halb von einer har­ten, aber unver­meid­li­chen „Ampu­ta­ti­on gut funk­tio­nie­ren­der Mus­kel­grup­pen“ des Leip­zi­ger Uni­ver­si­täts­kör­pers. Und die Ein­schrei­be­zah­len an den säch­si­schen Hoch­schu­len stei­gen trotz des demo­gra­phi­schen Wan­dels kontinuierlich.

Mit einer geplan­ten Abwick­lung der Fach­be­rei­che Thea­ter­wis­sen­schaft, Archäo­lo­gie und Phar­ma­zie hat es nun offen­sicht­lich ein Ende. Die genann­ten Ver­ein­ba­run­gen wer­den ab 2016 wie­der rück­gän­gig gemacht. Wenigs­tens die Phar­ma­zie scheint jetzt schon an der Uni­ver­si­tät Leip­zig geret­tet. Aber auch die Thea­ter­wis­sen­schaft, die, wenn abge­wi­ckelt, es in ganz Sach­sen und gar in ganz Ost­deutsch­land nicht mehr geben wür­de, hat gute Chan­cen erhal­ten zu blei­ben. Den Stel­len­ab­bau von Schwarz-Gelb bis 2016 konn­te die SPD nicht mehr rück­gän­gig machen. Aber danach, ab 2017, blei­ben vie­le Stel­len wie­der erhal­ten. Dazu gehört womög­lich eben auch die Thea­ter­wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tät Leip­zig mit ihrem ange­schlos­se­nen Tanz­ar­chiv. Nur in der Archäo­lo­gie sieht es noch etwas vage aus. Die Archäo­lo­gie in Leip­zig hat star­ke Kon­kur­renz aus Jena und Hal­le und einen rela­tiv star­ken Stand­ort­nach­teil. Das Lan­des­mu­se­um für Archäo­lo­gie sitzt in Chem­nitz. Aber auch die staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen als natür­li­cher Part­ner der Thea­ter­wis­sen­schaft sit­zen in Dres­den. Und Dres­den und Chem­nitz sind doch etwas wei­ter weg von Leipzig.

Den­noch haben die Uni­ver­si­tät Leip­zig und ihre Stu­den­ten nun­mehr eine ande­re, weit bes­se­re Per­spek­ti­ve als zvu­or. Dies gilt ins­be­son­de­re für die Fakul­tä­ten der Thea­ter­wis­sen­schaft, der Archäo­lo­gie und der Pharmazie.