Hochschulpolitik rüstet kräfig auf

Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz aus Bund und Ländern (GWK) haben einen Hochschulpakt von insgesamt 25,3 Milliarden € geschnürt. Und der hat es in sich.

US-amerikanische Universitäten finanzieren sich blendend und auch die Schweizer Hochschulen erhalten viel Geld. Das soll jetzt auch verstärkt in Deutschland der Fall sein.

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz aus Bund und Ländern (GWK) will bis zum Jahr 2020 über 25 Milliarden € in das Hochschulsystem stecken. Die gute Nachricht für Studienanfänger zuerst: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt 760.000 Studienanfängerplätze mehr zu schaffen als 2005. Jeden Studienplatz lassen sich Bund und Länder hierzu zusätzlich 13.000 € kosten. Im Gegenzug müssen die Hochschulen mindestens 10 % der Mittel für Qualitätssicherungen der jeweiligen Studiengänge einsetzen. Damit sollen die Abbrecherzahlen gesenkt werden. Die Mittel zur Erreichung dieses Zieles können die jeweiligen Hochschulen selbst wählen. Es soll jedoch Rechenschaftsberichte über die jeweiligen Qualitätssicherungsprogramme von Seiten der Hochschulen geben. Teilweise gibt es in Deutschland Studienabbrecherquoten von über 30 % in einzelnen Studienfächern.

Daneben sollen viele weitere Gelder an die Hochschulen fließen. So wird die sogenannte Programmpauschale um zwei Prozents aufgestockt. Diese Programmpauschale wird gezahlt für indirekte Projektkosten für Räume, Energie und technische Ausstattung. Hochschulen sind umso mehr auf diese Programmpauschale angewiesen, je forschungsstärker sie sind. Mit den sogenannten Grundmitteln können meist nicht einmal die laufenden Kosten für einen Gesamthochschulbetrieb gedeckt werden. Von den dann 22 % Programmpauschale werden 20 % vom Bund und 2 % von den Ländern getragen..

Die Mittel, die bisher in die Exzellenzförderung flossen, sollen in diesem System verbleiben. Damit können die Hochschulen die jungen Spitzenforscher halten, die sie über die Exzellenzinitiative an die Universität geholt haben. Die Universitäten haben nunmehr Planungssicherheit. Dies war bis vor wenigen Wochen und gar Tagen indes nicht selbstverständlich. Insbesondere gab es eine Auseinandersetzung in Sachen Spitzenförderung und Breitenförderung. Die Spitzenförderung gegen die Breitenförderung auszuspielen, davor warnte deshalb der Universitätsrektor der Universität Heidelberg, Bernhard Eitel.

Schließlich profitieren auch die vier großen Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz-Gesellschaft von dem nun festgezurrten Hochschulpakt. Die jährlichen Aufwüchse dieser Forschungsorganisationen von 3 % zahlt der Bund allein. Im Gegenzug müssen sich diese Forschungsorganisationen zur Frauenförderung, zum Transfer der Forschungsergebnisse in die Wirtschaft und zu weiteren Vorgaben verpflichten.

Das Ganze wird wie immer begleitet von einer gehörigen Portion Bürokratie. Denn mit welchen Förderrichtlinien und Kriterien insbesondere die Exzellenzförderung weiter betrieben werden soll, darüber gibt es bisher noch keinen Beschluss. Die Verteilung der 25 Milliarden € bis zum Jahr 2020 unter den zahlreichen Universitäten steht also noch aus. Diese Förderlinien und Kriterien weiter definieren soll eine internationale Kommission unter Leitung des Schweizer Mathematikers Dieter Imboden. Diese Kommission soll insbesondere Effekte der Exzellenzinitiative für ihre Strategiefähigkeit und für ihre internationale Konkurrenzfähig aus der Außenperspektive untersuchen. Das kann noch bis zum Januar 2016 dauern. Der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sollen zusätzlich weitere Berichte über die Exzellenzinitiative schreiben, bis Juni 2015. Die Förderformate, Förderrichtlinien und Förderkriterien werden also erst im Jahre 2016 feststehen. Die derzeit laufenden Förderprojekte im Rahmen der aktuellen Exzellenzinitiative enden im Jahr 2017.

Man darf weiter gespannt sein, wie es hier weitergeht.

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