Grüne deutsche Universitäten

Mit „Nach­hal­tig­keit“ umwer­ben deut­sche Uni­ver­si­tä­ten mitt­ler­wei­le Studenten.

Dienst­fahr­rä­der für Hoch­schul­an­ge­stell­te oder eigens für Dienst­rei­sen von Pro­fes­so­ren ange­schaff­te Erd­gas­fahr­zeu­ge (Uni­ver­si­tät Greifs­wald), Bio-Salat aus dem eige­nen Uni­ver­si­täts­gar­ten oder eine eige­ne For­schungs-Bio­gas-Anla­ge (Uni­ver­si­tät Hohen­heim), der Bau eines Null-Emis­si­ons-Gebäu­des von Star-Archi­tekt Dani­el Lei­bes­kind (Leu­pha­na Uni­ver­si­tät Lüne­burg), der Bau eige­ner Solar- und Wind­ener­gie­parks (wie­der Uni­ver­si­tät Greifs­wald) …, Deutsch­lands Uni­ver­si­tä­ten fei­len an ihrem grü­nen Image. Damit wol­len gera­de klei­ne und pri­va­te Hoch­schu­len jen­seits der Groß­städ­te sich im Kampf um die bes­ten Stu­den­ten pro­fi­lie­ren. Nicht so gute aka­de­mi­sche Hoch­schul­pro­fi­le sol­len durch eine sol­che grü­ne Ori­en­tie­rung auf­ge­wer­tet werden. 

Außer­ge­wöhn­li­che Stu­di­en­an­ge­bo­te wie Bio­en­er­gie oder Nach­hal­tigs­keits­geo­gra­fie gehö­ren eben­falls zu den neu­es­ten grü­nen Imageaufwertungsbestrebungen.

Die Uni­ver­si­tät Greifs­wald ist hier offen­bar beson­ders ehr­gei­zig. Bis über­nächs­tes Jahr 2015 will die­se Hoch­schu­le „ers­te CO2-freie deut­sche Uni­ver­si­tät“ wer­den. Die Chan­cen hier­zu ste­hen nicht schlecht. Die­se Hoch­schu­le hat den größ­ten Land­be­sitz Deutsch­lands als Hoch­schu­le und liegt direkt an der Ost­see. So sol­len eige­ne Solar- und Wind­ener­gie­parks gebaut wer­den, die neben dem grü­nen Image­zu­wachs neben­bei auch nied­ri­ge­re Ener­gie­kos­ten für die­se Hoch­schu­le brin­gen sollen.

Seit 2009 kön­nen Stu­den­ten auf der Inter­net­platt­form „Uto­pia“ über „Grü­nes Hoch­schul­ran­king“ abstim­men. 2010 gewann die­ses Ran­king die „Ala­nus Hoch­schu­le für Kunst und Gesell­schaft“ in Alf­ter, im Jahr 2011 war es der Cam­pus Bir­ken­feld der Fach­hoch­schu­le Trier. 

Auch das „HIS Hoch­schul-Infor­ma­ti­ons-Sys­tem GmbH“ hat bereits zwei­mal die CO2-Bilan­zen für alle hes­si­schen Hoch­schu­len erstellt. Der Pro­jekt­lei­ter, Herr Joa­chim Mül­ler, sieht die­ses „grü­ne Hoch­schul­ran­king“ der Platt­form „Uto­pia“ etwas kri­tisch. Für aus­sa­ge­kräf­ti­ge Kli­ma­schutz­bi­lan­zen müss­ten vie­le Fak­to­ren berück­sich­tigt wer­den, sei es ein Dienst­flug eines Pro­fes­sors oder Über­see-Kon­fe­ren­zen oder eben Mensa-Essen.

Aka­de­mi­sche Ghost­wri­ter arbei­ten schon immer CO2-frei. Ein PC, Inter­net, eine sehr gute aka­de­mi­sche Qua­li­fi­ka­ti­on und eine weit­rei­chen­de Wis­sens­ver­net­zung wie bei Ghost­wri­ter.nu – so wer­den auch her­aus ragen­de wis­sen­schaft­li­che Ergeb­nis­se erzielt, CO2-frei schon jetzt.

Harald Bahner

Quel­len die­ser News: 

Cas­pers, Debo­rah / Som­mer, Sarah: „Deutsch­lands Unis ergrü­nen“. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 12./13. Janu­ar 2013, S. C 4 (Rubrik Beruf und Chan­ce, Campus).

Utopia.de: Ergeb­nis 2010: http://www.utopia.de/magazin/das-gruene-hochschulranking-2010-gruenste-uni-steht-in-alfter-alanus-uni-ranking; Ergeb­nis 2011: http://www.utopia.de/magazin/ergebnis-gruenes-hochschulranking-trier-hat-umweltfreundlichste-uni-hochschule (Stand der URLs 14.01.2013).

Mül­ler, Joa­chim / Per­son, Ralph-Die­ter: „CO2-Bilanz für Hoch­schu­len“. In: HIS Maga­zin 4/2010, S. 10 f., http://www.his.de/pdf/pub_mag/mag-201004.pdf (Stand 14.01.2013).