Fachkräftemangel konkret – Geschlecht und Hochschule konkret

20 Berufsgruppen mit Engpässen gibt es seit vorgestern offiziell, mehr als die Hälfte davon Berufe mit Hochschulabschluss. – Das Geschlecht von Hochschullehrkräften bleiben männlich.

20 Berufsgruppen mit Engpässen gibt es seit vorgestern offiziell, mehr als die Hälfte davon Berufe mit Hochschulabschluss.

Vorgestern hat die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) den zweiten Fortschrittsbericht zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung der Öffentlichkeit vorgelegt.

Demnach sind bereits 20 Berufsgruppen in Deutschland als Mangelberufe identifiziert, die Mehrzahl davon auch oder nur ausübbar nach einem erfolgreich beendeten Hochschulsstudium. Ganz besonders große Arbeits- und Berufschancen haben angehende Studenten demnach in den folgenden aktuellen akademischen Engpass-Fachbereichen:

Soziales
– Humanmedizin
– Gesundheits-, Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshilfe

IT
Informatik
– Softwareentwicklung, Programmierung

Technik
– Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik
Elektrotechnik
Maschinenbau und Betriebstechnik
– Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik
– Techn. Betrieb Eisenbahn-, Luft-, Schiffsverkehr
– Metallbau und Schweißtechnik
– Mechatronik und Automatisierungstechnik
– Techn. Zeichnen, Konstruktion, Modellbau
– Technische Forschung und Entwicklung
– Ver- und Entsorgung

(Auszug aus Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2014, S. 14 [Anmerkung: Besagtes Dokument ist ohne Seitenzahlen ausgewiesen, das BMAS meint wohl, so etwas nicht nötig zu haben, die Seitenzahl ist nur in einem PDF-Reader ersichtlich.])

Quelle:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2014) (Hrsg.): Forschungsbericht 2013 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung. Stand Januar 2014. URL: http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/fortschrittsbericht-fachkraefte-fuer-2013.pdf?__blob=publicationFile (Stand 14.03.2014).

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Das Geschlecht von Hochschullehrkräften bleiben männlich.

Zumindest ist das in Nordrhein-Westfalen so, wie der neueste „Gender Report 2013“ für die 37 Hochschulen in diesem Land zeigt. Jede fünfte Professur und ebenfalls jede fünfte Hochschulrektorenstelle ist von einer Frau besetzt und nur jedes zehnte Fakultätsdekanat. Der förderlichste Faktor für eine Frauenkarriere im Hochschulbereich wird recht einhellig in Netzwerkkontakten gesehen. Größter Hemmschuh für eine Hochschulkarriere ist für Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Partnerschaft. Männer hingegen fühlen sich am meisten von fehlenden Netzwerken in Ihrer Hochschullaufbahn ausgebremst.

Quelle:
Kortendiek, Beate u.a.: Gender-Report 2013. Geschlechter(un)gerechtigkeit an nordrhein-westfälischen Hochschulen. Studien Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW Nr. 17. URL: http://www.genderreport-hochschulen.nrw.de/genderreport-2013/ (Stand 14.03.2014).