Exzellenzinitiative wird ausgeweitet

Bald können auch die universitäre Lehre und Fachhochschulen Fördermittel im Rahmen der Exzellenzinitiative erhalten.

Die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern soll weitergehen. Die neueste Runde wird zwar erst 2018 wirksam, sie soll jedoch bereits Ende des Jahres 2016 beginnen. Wesentliche Neuerungen sind, dass nunmehr auch die Lehre mit einbezogen werden soll; alle Leistungsbereiche einer Hochschule sollen künftig Fördermöglichkeiten erhalten können, die das jeweilige fachliche und strategische Profil unterstützen. Des Weiteren soll sich die neue Exzellenzinitiative nicht nur auf Spitzenforschung innerhalb der Universität konzentrieren, sondern auch andere Hochschularten wie zum Beispiel Fachhochschulen sollen mit in die Exzellenzinitiative einbezogen werden.

Weiterhin soll sowohl die Zusammenarbeit von Hochschulen untereinander als auch der Hochschulen „mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Akteuren in regionalen verbünden, Netzwerken oder neuen institutionellen Formen gestärkt werden“ (zit. Beschlussvorlage für die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz, zit. nach o.V. 2014).

Die Grundlagen und anwendungsorientierte Spitzenforschung der Universitäten soll wie bisher auch weiter gefördert werden. Damit soll den erfolgreichen Universitätsstandorten die international hohe Anerkennung gesichert werden.

Alles dies geht aus einer Beschlussvorlage für die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz hervor, die bisher noch unveröffentlicht ist. Die derzeitige Exzellenzinitiative läuft noch bis Ende 2017. Weitere Einzelheiten soll diese Gemeinsame Wissenschaftskonferenz erarbeiten.

Die deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) hatte zusammen mit dem Wissenschaftsrat und Sprechern der von der Exzellenzinitiative geförderten Cluster und Graduiertenschulen sowie den Universitätsrektoren und -präsidenten erst kürzlich an die Politik appelliert, eine schnelle Grundsatzentscheidung über die Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative zu treffen. Wesentlich seien längere Zeiträume zur Strukturbildung einer neuen Hochschullandschaft. Vor allem im Ausland hätte die Exzellenzinitiative bei den einzelnen Hochschulen bereits zu einer höheren Sichtbarkeit geführt.

Am 30. Oktober wird die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz über diese Beschlussvorlage entscheiden. Dann hätten die Universitäten und andere Hochschulen Planungssicherheit. So können die betreffenden Hochschulen auch die vielen 1000 jungen Nachwuchswissenschaftler halten, die derzeit im Rahmen der Exzellenzinitiative an den jeweiligen Hochschulen forschen und ansonsten gegebenenfalls in die Wirtschaft abwandern könnten.

Die Exzellenzinitiative kostet Bund und Ländern von 2009 bis 2017 ca. 2,7 Milliarden EUR. Hiervon trägt der Bund 75 % und das jeweilige Bundesland, in dem die betreffenden Hochschulen beheimatet sind, 25 %. Es gibt im Rahmen der Exzellenzinitiative derzeit insgesamt 45 Graduiertenschulen, 43 Exzellenzcluster und 11 Zukunftskonzepte (Exzellenzuniversitäten).

Quelle:
o.V.: Exzellenzinitiative soll ausgeweitet werden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.10.2014, S. 2.