Einigung über neues Hochschulgesetz in NRW?

Die Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Nord­rhein-West­fa­lens, Sven­ja Schul­ze (SPD), signa­li­siert im offen aus­ge­tra­ge­nen und mitt­ler­wei­le eska­lier­ten Kon­flikt mit den Hoch­schu­len des Lan­des wegen des neu­en NRW-Hoch­schul­ge­set­zes Gesprächs­be­reit­schaft. So ganz bereit scheint sie indes nicht wirk­lich zu sein.

Ein „mono­kra­ti­sches Sys­tem“ (= Ein­zel­herr­schaft) wol­le die Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Nord­rhein-West­fa­lens, Sven­ja Schul­ze (SPD), über den Hoch­schu­len des Lan­des errich­ten, lau­tet jetzt der Vor­wurf der Rek­to­ren der dor­ti­gen Hoch­schu­len. Zuvor waren Wor­te wie „zer­stö­re­ri­sche Igno­ranz“ und „Hoch­schulent­mün­di­gungs­ge­setz“ gefal­len, weil unter ande­rem Uni­ver­si­täts-Fach­be­rei­chen künf­tig per Rechts­ver­ord­nung das Pro­mo­ti­ons­recht ent­zo­gen wer­den sol­le und For­scher vor jedem For­schungs­vor­ha­ben dar­le­gen soll­ten, wie – über­spitzt – die gan­ze Mensch­heit in 10 Jah­ren von die­ser For­schung kon­kret pro­fi­tie­ren wür­de ; Grund­la­gen­for­schung wür­de so (nach Auf­fas­sung von Ghost­wri­ter.nu) unmög­lich gemacht. Die Wirt­schaft misch­te sich in den Kon­flikt ein und sprach davon, wegen künf­ti­gen Dritt­mit­tel­ver­öf­fent­li­chungs­pflich­ten der Hoch­schu­len nicht mehr in Nord­rhein-West­fa­len for­schen las­sen zu wol­len, um kei­ne Betriebs­ge­heim­nis­se der Öffent­lich­keit preis­ge­ben zu müs­sen. Die Hoch­schu­len rech­ne­ten dar­auf­hin bis heu­te künf­tig 2.500 Arbeits­platz­ver­lus­te vor. Selbst Par­tei­ge­nos­sen stel­len sich mit­ler­wei­le gegen die Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin NRWs.

Jetzt haben die Kon­tra­hen­ten für kom­men­den Sams­tag ein gemein­sa­mes Gespräch ver­ein­bart. „Die Leit­li­ni­en des Geset­zes wer­den aber blei­ben“ (zit. Schul­ze nach o.V. 2014), so die Minis­te­rin gleich halb wie­der zurück­ru­dernd. Es gehe ledig­lich um „Prä­zi­sie­run­gen und Kon­kre­ti­sie­run­gen“ (zit. Schul­ze nach o.V. 2014) den neu­en Hoch­schul­ge­setz­ent­wurf betref­fend. Eine Gän­ge­lung der Hoch­schu­len wer­de es aber gleich­zei­tig auch nicht geben. Außer­dem sei doch alles halb so schlimm, jedoch: „Ich will nicht von einer Kam­pa­gne spre­chen, aber es wur­den bewusst Miss­ver­ständ­nis­se und Mythen wie­der­holt“ (zit. Schul­ze nach o.V. 2014).

Es ist jetzt doch etwas sehr ver­wir­rend gewor­den, die­ses Hoch­schul­ge­setz-Trau­er­spiel in Nord­rhein-West­fa­len. Viel­leicht bringt der kom­men­de Sams­tag ja tat­säch­lich eine gewis­se Klärung.

Kurz­vi­ta von Sven­ja Schulze:
43 Jah­re alt, Magis­ter in Ger­ma­nis­tik und Poli­tik­wis­sen­schaf­ten, danach frei­be­ruf­li­che Wer­be- und PR-Arbeit, dann Unter­neh­mens­be­ra­te­rin in der Pri­vat­wirt­schaft für den Bereich staat­li­che und öffent­li­che Unte­neh­men, zuletzt als Exper­tin bei Booz Allen Hamil­ton. Ist eine sol­che Kurz­vi­ta jetzt posi­ti­ve oder nega­ti­ve Wer­bungt für die Per­son und das letzt­ge­nann­te Unternehmen?

Quel­le:
o.V. (2014): Minis­te­rin signa­li­siert Kom­pro­miss­be­reit­schaft. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung von heu­te, Mon­tag, den 27.01.2014, S. 2.

Bis­her erschie­nen bei Ghostwriter.nu zu die­sem Thema:
Ghostwriter.nu: „Hoch­schulent­mün­di­gungs­ge­setz“ in Nord­rhein-West­fa­len? News vom 20.12.2013
Ghostwriter.nu: NRW-Hoch­schul­ge­setz immer stär­ker unter Beschuss. News vom 27.12.2013
Ghostwriter.nu: Aktu­ell: Hoch­schul­ge­set­ze – Stu­di­en­fi­nan­zie­rung – Schul­fach Wirt­schaft. News vom 09.01.2014.