Doktortitel verlieren an Bedeutung

Der Anteil Promovierter unter Akademikern hat sich in den letzten 14 Jahren mehr als halbiert. Diese Entwicklung macht auch vor Vorstandsetagen großer Unternehmen im deutschsprachigen Raum nicht Halt. Die Plagiatsfälle Prominenter seit Guttenberg scheinen ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben.

Ziemlich konstant 25.000 Menschen promovieren jedes Jahr in Deutschland seit dem Jahr 2000. Diese Zahl täuscht jedoch bei isolierter Betrachtung. Denn im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl von Hochschulabsolventen von 122.000 auf 280.000 mehr als verdoppelt, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgehen. Im Umkehrschluss hat sich der Anteil Promovierter unter Akademikern in den letzten 14 Jahren als mehr als halbiert.

Diese Entwicklung spiegelt sich derzeit auch in den Vorstandsetagen großer Unternehmen im deutschsprachigen Raum wider. Waren im jahr 2012 noch 23 Prozent aller Vorstandsmitglieder dieser Unternehmen promoviert, waren es ein Jahr später, 2013, nur noch 18 Prozent.

Statt dessen ist in den Vorstandsetagen der Master of Business Administration (MBA) auf dem Vormarsch. 15 Prozent aller Vorstandsmitglieder obiger Unternehmen hatten im Jahr 2012 einen MBA. Ein Jahr später, 2013, waren es schon 26 Prozent und damit fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

Insbesondere die Plagiatsfälle vor allem Prominenter seit Guttenberg haben nach Auffassung des Chefberaters der CEO-Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft Strategy&, ehemals Booz & Company, mit dazu beigetragen, dass immer mehr Personalverantwortliche in Unternehmen den früher geschätzten Doktortitel meiden. Von Strategy& stammen die neuesten Zahlen in Sachen Promotion und MBA auf Vorstandsetagen.

Quellen dieser News:
Strategie&: Pressemitteilung vom 29.04.2014, http://www.strategyand.pwc.com/at/home/presse/pressemitteilungen/details/chief-executive-study-2013-at (Stand 06.05.2014)