Erste deutschsprachige Hochschule in der Slowakei

Bereits vor drei Wochen beschloss das Regie­rungs­ka­bi­nett in der Slo­wa­kei die ers­te deutsch­spra­chi­ge Hoch­schu­le im Land zuzu­las­sen. Die „Vys­o­ká ško­la Goe­the Uni Bra­tis­la­va“ – die „Goe­the-Hoch­schu­le Bra­tis­la­va“ – bie­tet ab Okto­ber 2012 für ca. 100 Stu­den­ten Bache­lor- und Mas­ter­stu­di­en­gän­ge in Inter­na­tio­na­ler Unter­neh­mens­füh­rung, Medi­en- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten und Tou­ris­mus. Die For­schung in die­sen Fach­be­rei­chen soll einen beson­de­ren Stel­len­wert haben, so die Ver­tre­ter die­ser neu­en Hoch­schu­le auf einer Pres­se­kon­fe­renz in der Resi­denz des Deut­schen Bot­schaf­ters in der slo­wa­ki­schen Haupt­stadt Bra­tis­la­va am 20.07.2012. Auch wol­le man in die­sen Berei­chen gezielt auf deut­sche Unter­neh­men in der Slo­wa­kei zu gehen, so die­se Hoch­schul­ver­tre­ter weiter.

Die neue Hoch­schu­le heißt Stu­den­ten aus allen mit­tel- und ost­eu­ro­päi­schen Län­dern und natür­lich auch aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz will­kom­men. Die Hoch­schu­le wird finan­ziert von pri­va­ten För­de­rern und aus Studienbeiträgen.

Die­se neue Hoch­schu­le ist die ein­zi­ge Hoch­schu­le in der Slo­wa­kei, die in letz­ter Zeit neu gegrün­det wur­de. Der slo­wa­ki­sche sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Bil­dungs­mi­nis­ter Dusan Caplo­vic ver­füg­te bei sei­nem Amts­an­tritt im April 2012, dass kei­ne neue Hoch­schu­le in der Slo­wa­kei mehr gegrün­det wer­den dür­fe. Für die „Goe­the-Hoch­schu­le Bra­tis­la­va“ mach­te er eine Ausnahme.

Das Bache­lor­stu­di­um kos­tet 1.100,- EUR pro Semes­ter (183,- EUR pro Monat) und ist damit ledig­lich dop­pelt so teu­er wie es die Stu­di­en­ge­büh­ren an den meis­ten deut­schen Hoch­schu­len bis­her waren. Aller­dings wird die Zahl der deut­schen Bun­des­län­der, die Stu­di­en­ge­büh­ren erhe­ben, zum kom­men­den Win­ter­se­mes­ter 2012/2013 vor­aus­sicht­lich auf zwei schrump­fen, näm­lich auf Bay­ern und Niedersachsen.

Den­noch machen das Ein­kom­mens- und damit Preis­ni­veau und auch die all­ge­mei­ne wirt­schaft­li­che Situa­ti­on in der Slo­wa­kei die­se Stu­di­en­kos­ten aller Vor­aus­sicht nach wie­der mehr als wett. Slo­wa­ken ver­die­nen durch­schnitt­lich weni­ger als halb so viel wie Deut­sche – 786,- EUR pro Monat -, das Wirt­schafts­wachs­tum beträgt trotz euro­päi­scher Finanz­kri­se 2–3 Pro­zent, die Slo­wa­kei ist Mit­glied der Euro­päi­schen Uni­on und das Zah­lungs­mit­tel ist der Euro.

Auf der Ein­gangs­web­sei­te der „Goe­the-Hoch­schu­le Bra­tis­la­va“ heißt es:

Als ers­te deutsch­spra­chi­ge Ein­rich­tung ihrer Art in der Slo­wa­kei ver­steht sich die Goe­the-Hoch­schu­le als Bin­de­glied zu den angren­zen­den Län­dern Mit­tel- und Ost­eu­ro­pas. Ihr Ange­bot rich­tet sich nicht nur an deutsch­spra­chi­ge Slo­wa­ken und Stu­den­ten aus Deutsch­land und Öster­reich, son­dern bie­tet allen deutsch­spra­chi­gen jun­gen Men­schen aus der Regi­on die Mög­lich­keit, in Bra­tis­la­va in einem inter­na­tio­na­len Umfeld zu stu­die­ren. Durch ihre auch his­to­risch unge­mein viel­fäl­ti­gen kul­tu­rel­len, wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ver­bin­dun­gen zu den Nach­bar­län­dern gehört Bra­tis­la­va zu den auf­stre­ben­den Metro­po­len in Mit­tel- und Osteuropa.“

Für Stu­den­ten aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz in den genann­ten Fach­be­rei­chen, die etwas über den Tel­ler­rand hei­mi­scher Gefil­de hin­aus schau­en wol­len, kann die­ses Stu­di­en­an­ge­bot womög­lich sehr attrak­tiv sein.

Quel­len die­ser News:
Bot­schaft der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land Press­burg (http://www.pressburg.diplo.de/Vertretung/pressburg/de/AKTUELL/2012/GoetheHB__200712.html)
Goe­the-Hoch­schu­le Bra­tis­la­va (http://goethehb.eu/de)
Deutsch-Slo­wa­ki­sche Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (http://www.dsihk.sk/infos-slowakei/wirtschaft-slowakei/)
Zeit­schrift „Stern“ (http://www.stern.de/wirtschaft/job/erste-deutschsprachige-hochschule-in-der-slowakei-1861560.html)