Computer rationalisieren Jobs weg

Bereits letzten September analysierten zwei Forscher der University of Oxford, wie stark Computer welche Arbeit in den nächten 20 Jahren wegrationalisieren würden. Vor allem mittlere Berufsqualifikationen trifft es besonders. Erst jetzt kommt diese Studie in der deutschen Öffentlichkeit an.

702 Berufe haben die beiden Forscher Carl Benedikt Frey und Michael Osborne von der britischen University of Oxford hinsichtlich der Frage untersucht, inwieweit diese Berufe in 20 Jahren noch exisitieren oder von der fortschreitenden IT-Landschaft wegrationalisiert würden. Das Ergebnis ist ernüchternd. Selbst anspruchsvolle Tätigkeiten sind von der fortschreitenden Automatisierung bedroht. Insgesamt soll jeder zweite Arbeitsplatz in 20 Jahren deshalb nicht mehr exisiteren. Selbstfahrende Autos, Krankheitsdiagnosen oder automatische Übersetzungen nennen die beiden Forscher als wichtige Beispiele. Selbst der Bildungsbereich, der aktuell noch als einer der arbeitsintensivsten Berufsbereiche gilt, würde signifikant betroffen sein.

Die beiden Forscher unterteilen die Arbeitswelt in drei Berufsgruppen. Vor allem viele einfache bis mittlere Dienstleistungsberufe würden in den nächsten 20 Jahren wegrationalisiert sein, so z.B. Verkäufer am Telefon mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent, Buchhalter oder Packer zu 98 Prozent, Angestellte am Bankschalter zu 97 Prozent, Köche zu 96 Prozent oder Busfahrer zu 67 Prozent.

Selbst Berufe mit sozialer Interaktion, darunter auch akademische Berufe, seien stärker betroffen – das ist die mittlere der drei Berufsgruppen. So würden Arzthelfer mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent von der fortschreitenden Automatisierung wegrationalisiert, selbst Piloten zu 55 Prozent, Historiker zu 44 Prozent und auch Ökonomen zu 43 Prozent.

Nur hochspezialisierte Berufsgruppen, bei denen Einfühlungsvermögen und Fachkenntnisse gleichzeitig gefragt seien, wären praktisch nicht ersetzbar, z.B. Psychologen, Zahnärzte oder Choreographen.

Insbesondere klassiche Berufe für die Mittelschicht sind damit also besonders betroffen.

Bildung, möglichst spezialisierte, ist damit angesagt.

Quellen:
Frey, Carl Benedikt / Osborne, Michael A.: The Future of Employment: How susceptible are jobs to computerisation? 17. September 2013, http://www.oxfordmartin.ox.ac.uk/downloads/academic/The_Future_of_Employment.pdf (Stand 01.04.2014); zur allgemeinen Risikoverteilung der Berufsgruppen nach Qualifikationen siehe insbesondere die Grafik auf S. 37.
o. V.: The future of jobs – The unrushing wave. In: The Economist vom 18.01.2014, http://www.economist.com/news/briefing/21594264-previous-technological-innovation-has-always-delivered-more-long-run-employment-not-less (Stand 01.04.2014).
o. V.: Computer und Roboter ersetzen auch Buchhalter und Models. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 01.04.2014, S. 21.