Arzneimittel Hanf unwirksam

Eine mehrere hundert Seiten lange Metaanalyse, die knapp 11.000 wissenschaftliche Publikationen auswertete und diese Woche veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass der therapeutische Einsatz von Hanf in der Medizin, konkret Cannabis und künstlich hergestellte Cannabinoiden, grob überschätzt wird.

Diese Metaanalyse der US-amerikanischen Nationalen Wissenschaftsakademien mit dem Titel “The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids” weist damit auf erhebliche Forschungslücken hin. Immerhin ist in aktuell 29 US-amerikanischen Bundesstaaten und Distrikten die  Verwendung von Cannabisprodukten in der Medizin erlaubt. Auch der Deutsche Bundestag will die Gabe von medizinischem Cannabis noch in diesem Jahr 2017 regeln.

Die Ergebnisse besagter Metaanalyse sind recht eindeutig. Bei nur wenigen Krankheiten unter 100 untersuchten Krankheiten ist eine klare Wirksamkeit von Cannabis nachgewiesen, so zum Beispiel bei starken chronischen Schmerzen von Erwachsenen, bei Schmerzen und Krämpfen von Multiple-Sklerose-Patienten oder bei Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapien. Doch schon bei Schlafstörungen, die durch chronische Krankheiten ausgelöst werden, sind die Wirksamkeitsbeweise widersprüchlich.

Bei fast allen anderen Krankheiten, die bisher von den Befürwortern von Cannabisgaben ins Feld geführt worden sind, sind die Ergebnisse ernüchternd. Psychische oder neurologische Krankheiten, beispielsweise ADHS, Epilepsien, Essstörungen oder posttraumatische Belastungsstörungen verbessern sich mit dem sogenannten Medizinalhanf nicht wirklich.

Demgegenüber seien die Unfälle durch Cannabisgabe und –konsum, signifikant angestiegen. Insbesondere das Risiko von Schizophrenien und Angststörungen nehmen zu, in geringerem Maße auch von Depressionen. Darüber hinaus seien Kinder in denjenigen Gegenden, die Gabe von Cannabis legalisiert hat, stärker gefährdet.

Quellen:
The National Academies of Science, Engineering, Medicine: The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendation for Research. The National Academies Press, Washington, D.C., 2017, herunterladbar am 18.01.2017 über http://www.nap.edu/24625
vgl. Joachim Müller-Jung: Medizinalhanf überschätzt? FAZ 18.01.2017, S. N1.