Unterfinanzierter Bildungsbereich – studentischer Mindestlohn – Studenten in China – Studenten-Oscar

Das Neu­es­te zu Bil­dung, Stu­di­um und Schu­le über das Pfingst­wo­chen­en­de: Unter­fi­nan­zier­ter Bil­dungs­be­reich – Haus­ge­mach­ter Fach­kräf­te­man­gel – Kei­ne Inklu­si­on im Berufs­le­ben – Stu­den­ti­scher Min­dest­lohn – Hoch­schul­ab­schluss­ar­bei­ten in Unter­neh­men – Stu­den­ten in Chi­na – Stu­den­ten-Oscar

Bil­dung ist gut für Sonn­tags­re­den
Ingo Kra­mer, Prä­si­dent der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Arbeit­ge­ber­ver­bän­de (BDA), reprä­sen­tiert in die­ser Funk­ti­on über eine Mil­li­on Unter­neh­men mit ca. 20 Mil­lio­nen Arbeit­neh­mern. Ges­tern, Pfingst­mon­tag, ließ er in sei­ner Posi­ti­on Erstaun­li­ches ver­lau­ten. Das Bil­dungs­sys­tem sei unter­fi­nan­ziert, äußer­te er in einem Inter­view mit dem Ber­li­ner „Tages­spie­gel“. Denn: „Bil­dung ist vor allem ein The­ma für Sonn­tags­re­den. Es fehlt mir an brei­ter und nach­hal­ti­ger Unter­stüt­zung für die­ses unse­re Zukunft sichern­de The­ma.“ Ursa­che die­ser miss­li­chen Situa­ti­on sei „auch ein Effekt des poli­ti­schen Kal­küls: Bil­dungs­in­ves­ti­tio­nen wir­ken nur lang­fris­tig, also nicht unbe­dingt in einer Wahl­pe­ri­ode. Mit Bil­dung kann man sich nicht brüs­ten.“ Mit ande­ren Wor­ten: Die Bil­dungs­po­li­tik kommt nicht vor­an. Des­halb sei eine Sozi­al­part­ner­schaft von Gewerk­schaf­ten und Arbeit­neh­mern in Sachen Bil­dung wich­ti­ger denn je, um jen­seits der Poli­tik auch die bis zu 20 Pro­zent Jugend­li­chen mit ins Arbeits­boot zu holen, die als aus­bil­dungs­un­ge­eig­net gel­ten. Denn gene­rell gel­te: „… gegen­über Schu­len und Leh­rern ist die Ein­stel­lung in unse­rer Gesell­schaft nicht der Bedeu­tung die­ser Insti­tu­tio­nen ange­mes­sen. Es fehlt mir da an Empa­thie.“ Unter ande­rem auch das wei­ter­hin doch reich­lich fes­te Rol­len­ver­ständ­nis zwi­schen Frau und Mann auch im Berufs­le­ben sei wei­ter zu hin­ter­fra­gen.
Quel­le:
Fre­se, Alfons: Arbeit­ge­ber-Prä­si­dent Kra­mer im Inter­view: „Bil­dung ist ein The­ma für Sonn­tags­re­den“. In: Tages­spie­gel vom 09.06.2014 / Tages­spie­gel online vom 10.06.2014, http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/arbeitgeber-praesident-kramer-im-interview-bildung-ist-ein-thema-fuer-sonntagsreden/10011702.html

Fach­kräf­te­man­gel und Inklu­si­on im Beruf
Der Weis­heit letz­ter Schluss scheint die Kla­ge des BDA-Prä­si­den­ten indes womög­lich nicht zu sein, bis zu 20 Pro­zent der als nicht aus­bil­dungs­fä­hig Gel­ten­den wür­den von staat­li­cher Sei­te zu wenig gehol­fen – die dann dem Arbeits­markt feh­len, so letzt­lich ja die hin­ter die­ser Kla­ge ste­hen­de Inten­ti­on.
Viel­mehr scheint der (Fach)Kräftemangel auch mit haus­ge­macht zu sein. Aus­bil­dungs­plät­ze in begehr­ten wie benö­tig­ten Fach­be­rei­chen wür­den in den letz­ten Jah­ren immer rarer gesäht, so der neue Bericht „Bil­dung in Deutsch­land 2014″ vom Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um und der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK), der am kom­men­den Frei­tag der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wer­den wird.
Und die Ber­tels­mann-Stif­tung klagt dar­über, dass im schu­li­schen Bereich die Inklu­si­on, d.h. das gemein­sa­me Ler­nen mit behin­der­ten Men­schen, zwar Fort­schrit­te mache. Am Tor zum Berufs­le­ben sei mit der Inklu­si­on aber Schluss. Gera­de ein­mal 7 Pro­zent aller Schul­ab­gän­ger mit spe­zi­el­lem För­der­be­darf fän­den einen Aus­bil­dungs­platz (3.500 von jähr­lich 50.000).
Quel­len:
o.V.: Natio­na­ler Bil­dungs­be­richt: Man­gel an Fach­kräf­ten ist haus­ge­macht. In: dpa / t-online.de vom 09.60.2014, http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/id_69771234/nationaler-bildungsbericht-fachkraeftemangel-ist-hausgemacht.html
o.V.: Arbeit – Bil­dung: Aus­bil­dung: Ber­tels­mann-Stif­tung beklagt feh­len­de Inklu­si­on. In: Süddeutsche.de (New­sti­cker) vom 10.06.2014, http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1587677

Auch Stu­den­ten erhal­ten künf­tig Min­dest­lohn
8,50 EUR Min­dest­lohn soll es für alle in Deutsch­land ab 2015 geben. In knapp vier Wochen soll der Bun­des­tag end­gül­tig über die­ses Gesetz abstim­men. Auch Stu­den­ten erhal­ten dann die­sen Min­dest­lohn – auch für Prak­ti­ka. Eine Aus­nah­me soll es hier geben: Pflicht­prak­ti­ka im Rah­men von Stu­di­en­plä­nen sol­len von der Min­dest­lohn­re­ge­lung aus­ge­nom­men wer­den. Das gilt aber nur sechs Wochen lang. Dann sol­len auch die­se Stu­den­ten den Min­dest­lohn erhal­ten. Dar­über regt sich jetzt ver­mehrt Wider­stand, der nicht nur von Arbeit­ge­bern kommt, son­dern jetzt auch von den Uni­ver­si­tä­ten selbst. Die Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les will Aus­nah­me­re­ge­lun­gen wei­ter­hin so klein wie mög­lich hal­ten.
Quel­len:
o.V.: Kri­tik von den Unis. In: Die Welt vom 10.06.2014, http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article128873722/Kritik-von-den-Unis.html
Jan­ker, Karin: Min­dest­lohn nach sechs Wochen. In: jetzt.de Süd­deut­sche Zei­tung vom 10.06.2014, http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/587118/Mindestlohn-nach-sechs-Wochen

Vor­sicht bei Abschluss­ar­bei­ten bei Unter­neh­men
Der „Spie­gel online“ weist heu­te in einem Arti­kel berech­tigt dar­auf­hin, dass man Vor­sicht wal­ten las­sen soll­te, wenn man als Stu­di­en­ab­sol­vent sei­ne Bache­lor­ar­beit bzw. Bache­lor The­sis oder Mas­ter­ar­beit bzw. Mas­ter The­sis in einem Unter­neh­men und letzt­lich für die­ses machen möch­te.

Einer­seits sei eine Abschluss­ar­beit in einem sol­chen Rah­men natür­lich ein Tür­öff­ner für Bache­lor- oder Mas­ter­ab­sol­ven­ten in das betref­fen­de Unter­neh­men. Ande­rer­seits woll­ten die­se Unter­neh­men in Hoch­schul­ab­schluss­ar­bei­ten aber meist auch kon­kre­te For­schungs­er­geb­nis­se ihrer sie inter­es­sie­ren­den Fra­gen vor­ge­legt bekom­men, und die­se sei­en eben auf­grund ihrer Pra­xis­las­tig­keit nicht sel­ten nicht wis­sen­schaft­lich genug. Wich­tig sei­en des­halb ein guter Kon­takt und recht­zei­ti­ge Abspra­chen und Klä­run­gen mit dem betreu­en­den Hoch­schul­leh­rer. Und man sol­le sich von Unter­neh­mens­sei­te nicht so sehr in sei­ne Fra­ge­stel­lung und Abschluss­ar­beit hin­ein­re­den las­sen. Ghost­wri­ter.nu möch­te hin­zu­fü­gen: Das gilt auch gegen­über den betreu­en­den Hoch­schul­leh­rern. Las­sen Sie sich so wenig wie mög­lich beein­flus­sen, egal von wel­cher Sei­te. Es ist Ihre Abschluss­ar­beit!
Quel­le:
Naue, Julia: Abschluss­ar­beit bei Unter­neh­men: Zieh durch, steig ein. In: Spie­gel Online vom 10.06.2014, http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/abschlussarbeiten-in-der-wirtschaft-schreiben-und-job-starten-a-973763.html

Schwie­ri­ge Situa­ti­on für Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten in Chi­na
Von einem hei­ßen Umwer­ben der Jun­gen aller aka­de­mi­schen und beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­ons­stu­fen wie in Deutsch­land kön­nen chi­ne­si­sche jun­ge Leu­te nur träu­men.
Der­zeit läuft in Chi­na das lan­des­wei­te Abitur, das Gao­kao, für aktu­ell über 9 Mil­lio­nen jun­ge Chi­ne­sin­nen und Chi­ne­sen. Jeder will der Bes­te sein und einen Stu­di­en­platz an den Éli­te-Uni­ver­si­tä­ten in Peking oder an der Fudan-Uni­ver­si­tät in Shang­hai ergat­tern. Doch nur 0,3 Pro­zent aller Abitu­ri­en­ten schaf­fen das. Das hef­ti­ge Pau­ken für das Gao­kao wird in Chi­na mitt­ler­wei­le kri­tisch gese­hen, weil es die Krea­ti­vi­tät abwür­ge, die in einer frei­en Markt­wirt­schaft wich­ti­ger sei als stump­fes, aus­wen­dig gelern­tes Wis­sen. Doch das nutzt für nicht weni­ge Stu­di­en­wil­li­ge alles nichts: In Chi­na feh­len die­ses Jahr ca. 2 Mil­lio­nen Stu­di­en­plät­ze über­haupt.

Quel­len:
o.V.: Abschluss­prü­fung in Chi­na: Ein Land im Wahn. In: Spie­gel online vom 09.06.2014, http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/abschlusspruefung-in-china-millionen-jugendliche-schreiben-gaokao-a-974140.html
Kirch­ner, Ruth: Schu­li­sche Krea­ti­vi­tät bleibt auf der Stre­cke. In: Deutsch­land­funk vom 09.06.2014, http://www.deutschlandfunk.de/gaokao-schulische-kreativitaet-bleibt-auf-der-strecke.680.de.html?dram:article_id=288670
o.V.: Bil­dung – Hoch­schu­len: In Chi­na feh­len min­des­tens zwei Mil­lio­nen Stu­di­en­plät­ze. In: Süddeutsche.de vom 09.60.2014, http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1587320
Eine Zusam­men­stel­lung für deut­sche Stu­di­en­in­ter­es­sier­te für Chi­na:
E-fellows.net wiki: Stu­die­ren in Chi­na, http://www.e-fellows.net/wiki/index.php/Leben_und_Studieren_in_China?utm_source=twitter&utm_medium=tweet&utm_campaign=twitter

Deut­sche Film­stu­den­ten holen Stu­den­ten-Oskar
In der Nacht zu Pfingst­sonn­tag erhielt der Münch­ner Regie-Stu­dent Lenn­art Ruff (28) für sei­nen Abschluss­film „Noce­bo“ an der Hoch­schu­le für Fern­se­hen und Film in Mün­chen in Los Ange­les den Stu­den­ten-Oscar in Gold im Bereich Aus­lands­fil­me, ein Thril­ler über eine fehl­ge­schla­ge­ne Medi­ka­men­ten­stu­die. Und der Ber­li­ner Peter Bau­mann (35) erhielt für sei­nen nur 15-minü­ti­gen Kurz­film „Bor­der Patrol“ den Stu­den­ten-Oscar in Bron­ze, eine Komö­die über zwei Poli­zis­ten an der deutsch-öster­rei­chi­schen Gren­ze.
Quel­len:
o.V.: Medi­zin-Thril­ler holt Gold: In: Badi­sche Zei­tung vom 10.06.2014, http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/kultur/medizin-thriller-holt-gold–86045696.html
o.V.: Stu­den­ten-Oscars: Deut­sche Fil­me­ma­cher tri­um­phie­ren dop­pelt. In: Spie­gel online (Uni­spie­gel) vom 08.06.2014, http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/studenten-oscars-deutsche-in-hollywood-gewinnen-gold-bronze-a-973867.html#ref=rss

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