Richter verkauft Prüfungsfragen

Wird ver­haf­tet mit 30.000,- EUR in der einen Tasche, einen gela­de­nen Revol­ver in der ande­ren Tasche, eine jun­ge Rumä­nin an der Hand, das alles in einem Mai­län­der Luxus­ho­tel – und jetzt scheint es nicht nur einem wei­te­ren Repe­ti­tor an den Kra­gen zu gehen, der gemein­sa­me Sache mit die­sem Rich­ter gemacht hat, son­dern auch tau­sen­den von Juris­ten, die Käu­fer die­ser Prü­fungs­fra­gen gewe­sen sein könn­ten.

Letz­ten Mon­tag wur­de ein 48-jäh­ri­ger nie­der­säch­si­scher Rich­ter in einem Nobel­ho­tel in Mail­land fest­ge­nom­men, der Prü­fungs­un­ter­la­gen an Kan­di­da­ten des zwei­ten Staats­ex­amens in Jura für jeweils eini­ge Tau­send Euro ver­kauft haben soll, vor allem an Kan­di­da­ten, die die­ses zwei­te juris­ti­sche Staats­ex­amen wie­der­ho­len muss­ten oder woll­ten. Über 2.000 juris­ti­sche Examen seit 2011 wer­den des­halb in Nie­der­sach­sen gera­de über­prüft.

Das wird offen­sicht­lich nicht die ein­zi­ge Prü­fung die­ser Art in Deutsch­land auf Grund die­ses Falls blei­ben. Denn Nie­der­sach­sen tauscht sei­ne Examens­klau­su­ren mit ande­ren Bun­des­län­dern und hat des­halb jetzt alle in die­sem Ring­tausch invol­vier­ten Bun­des­lä­ner infor­miert.

Und mehr noch: Der Rich­ter han­del­te offen­bar nicht allein. Ermit­telt wird jetzt auch gegen bis­her einen Repe­ti­tor, der an den Ver­käu­fen betei­ligt gewe­sen sein soll. Auch der Rich­ter war ein­mal Repe­ti­tor.

Der Rich­ter war am Amts­ge­richt Dannenberg/Elbe tätig und dann im nie­der­säch­si­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um in Han­no­ver sowie am Lan­des­jus­tiz­prü­fungs­amt in Cel­le.

Obwohl der Rich­ter vor­ab ein­deu­tig wuss­te, dass er in Ver­dacht geriet und kon­kre­te Ermitt­lun­gen gegen ihn droh­ten, ver­kauf­te er offen­bar noch in der Woche vor

sei­ner Ver­haf­tung Prü­fungs­fra­gen. Die Staats­an­walt hat­te inner­halb nur einer Woche mit Vor­wurf, Haus­durch­su­chung und Haft­be­fehl agiert – und dazwi­schen war der Rich­ter trotz­dem geflüch­tet. In besag­tem Luxus­ho­tel in Mai­land wur­de der Rich­ter dann laut Medi­en­be­rich­ten mit einem gela­de­nen Revol­ver, 30.000,- EUR Bar­geld und einen schö­nen jun­gen Rumä­nin an sei­ner Sei­te ding­fest gemacht.

Ja, auch Juris­ten sind wie wir alle zuerst Men­schen und danach erst …