Hochschulinsolvenz – G9-Abitur – Pisa – Schulphysik

Die pri­va­te Ber­li­ner Hoch­schu­le Hum­boldt-Via­d­ri­na School of Gover­nan­ce ist plei­te. – Hes­sen auf dem Weg zurück zum G9-Abitur? – Schü­ler in Deutsch­land kön­nen einen MP3-Play­er nicht rich­tig ein­stel­len. – Die Schul­p­hy­sik lei­det.

Die pri­va­te Ber­li­ner Hoch­schu­le Hum­boldt-Via­d­ri­na School of Gover­nan­ce ist plei­te.

Die pri­va­te Ber­li­ner Hoch­schu­le Hum­boldt-Via­d­ri­na School of Gover­nan­ce hat vor eini­gen Tagen Isol­venz ange­mel­det. Die Hoch­schul­prä­si­den­tin Gesi­ne Schwan, ehe­mals Pro­fes­so­rin am poli­tik­wis­sen­schaft­li­chen Otto-Suhr-Insti­tut der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin und zeit­wei­se des­sen Deka­nin sowie frü­he­re Prä­si­den­tin der Euro­pa-Uni­ver­si­tät Via­dra­na in Frank­furt (Oder), äußer­te, man wol­le die Hoch­schu­le nach Mög­lich­keit fort­be­stehen las­sen. Der Mas­ter­stu­di­en­gang Mas­ter of Public Poli­cy mit 58 Stu­den­ten sei nicht gefähr­det. Weder die Hum­boldt-Uni­ver­si­tät in Ber­lin noch die Euro­pa-Uni­ver­si­tät Via­dra­na in Frank­furt (Oder), die bei­de den Namen der jetzt insol­ven­ten Hoch­schu­le bil­den, hat­ten die­se finan­ziert, gleich­wohl aber ide­ell unter­stützt.

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Hes­sen auf dem Weg zurück zum G9-Abitur?

Die hes­si­sche Lan­des­re­gie­rung will Fünft- bis Siebt­kläss­lern die Mög­lich­keit geben zurück zum G9-Abitur zu gehen. Aber will sie das wirk­lich? Geplant ist, dass die Eltern jeder Klas­se jeweils anonym befragt wer­den sol­len, wenn eine sol­che Ent­schei­dung ansteht. Die Stim­me der Eltern eines ein­zi­gen Kin­des gegen das G9-Abitur soll die Rück­kehr der gesam­ten Klas­se dort­hin jedoch bereits ver­hin­dern kön­nen. Und des­halb gibt es der­zeit Zoff, vor allem unter den Eltern. Ist das neue hes­si­sche Demo­kra­tie?

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Schü­ler in Deutsch­land kön­nen einen MP3-Play­er nicht rich­tig ein­stel­len.

Die 15-jäh­ri­gen Schü­ler Deutsch­lands haben im Pisa-Pra­xis-Test ver­sagt. Hat­ten die­se letz­tes Jahr in der fünf­ten Pisa-Län­der­ver­gleichs-Stu­die mit über­durch­schnitt­li­chen Mathe­ma­tik-, Natur­wis­sen­schaf­ten- und Lese­kennt­nis­sen geglänzt, ergab eine Son­der­aus­wer­tung die­ser Pisa-Stu­die, die am Diens­tag die­ser Woche in Ber­lin vor­ge­stellt wur­de, dass eben die­se Schü­ler mit dem rea­len Leben jen­seits der Schu­le womög­lich nicht so gut klar­kom­men. Zwar lie­gen die deut­schen Schü­ler auch hier noch etwas über dem OECD-Durch­schnitt. Aber einen MP3-Play­er rich­tig ein­stel­len, eine Rei­se pla­nen oder einen unbe­kann­ten Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten bedie­nen kön­nen sie offen­sicht­lich nicht so gut. Das waren die Pra­xis­test-Bei­spie­le.

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Die Schul­p­hy­sik lei­det.

Mit dem Phy­sik­un­ter­richt ist es an deut­schen Schu­len nicht so gut bestellt. Die Deut­sche Phy­si­ka­li­sche Gesell­schaft (DPG) hat in 10 Bun­des­län­dern 200 Schu­len, die zum Abitur füh­ren, über den aktu­el­len Zustand des Phy­sik­un­ter­richts befragt.

Danach lehrt ein Drit­tel der Schu­len vor allem in der 5. und 6. Klas­se Phy­sik im Ver­bund mit ande­ren natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern wie vor allem Bio­lo­gie und Che­mie, weil es einen Phy­sik­leh­rer­man­gel gebe. Aus dem­sel­ben Grund sind vie­le Phy­sik­leh­rer gar kei­ne Phy­sik­leh­rer, son­dern kom­men aus ande­ren Fach­be­rei­chen wie vor allem Mathe­ma­tik oder Che­mie. Oder der Phy­sik­un­ter­richt fällt wie­der aus dem­sel­ben Grund nicht sel­ten gleich ganz aus. Der Phy­sik­un­ter­richt wur­de in den letz­ten Jah­ren schon in den Lehr­plä­nen deut­lich aus­ge­dünnt. Und wäh­rend Phy­si­ker mit einem Bache­lor- und Mas­ter­stu­di­um 300 Leis­tungs­punk­te erwer­ben müs­sen, sind es für Lehr­amts­stu­den­ten für das Gym­na­si­um nur 90 fach­be­zo­ge­ne Leis­tungs­punk­te; der Rest der Leis­tungs­punk­te muss in fach­frem­den Dis­zi­pli­nen erzielt wer­den, die da sind: Fach­di­dak­tik, ein zwei­tes Stu­di­en­fach, die Fach­di­dak­tik zu die­sem zwei­ten Stu­di­en­fach, Bil­dungs­wis­sen­schaf­ten, wei­te­re Fächer wie Deutsch als Zweit­spra­che und Inklu­si­on. Eine sol­che Leh­rer­aus­bil­dung sei fach­be­zo­gen unzu­rei­chend, so die DPG.