Hochschulfinanzierung weiter unklar

6 Mil­li­ar­den EUR sol­len die Uni­ver­si­tä­ten vom Bund bekom­men. Bloß soll die­ses Geld ohne Zweck­ge­bun­den­heit an die Län­der aus­ge­zahlt wer­den. Die Hoch­schu­len befürch­ten, dass die­ses Geld dort in den Län­der­haus­hal­ten ver­si­ckert und bei ihnen gar nicht ankommt. Jetzt soll eine Bund-Län­der-Stif­tung eine lang­fris­ti­ge, sta­bi­le Finan­zie­rung der Hoch­schul­land­schaft sichern.

Die Prä­si­den­ten der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) und der Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz (HRK) sowie der Vor­sit­zen­de des Wis­sen­schafts­ra­tes haben sich zusam­men­ge­tan. Das Hoch­schul- und Wis­sen­schafts­sys­tem Deutsch­lands soll auf kei­nen Fall mit­tels nicht zweck­ge­bun­de­nen Geld­mit­teln vom Bund an die Län­der finan­ziert wer­den. Eine sol­che Finan­zie­rung sei die schlech­tes­te aller Lösun­gen, weil die­ses Geld in den Län­der­haus­hal­ten ver­schwin­den und bei den Hoch­schu­len nie ankom­men wer­de, so die genann­ten Hoch­schul- und Wis­sen­schafts­ver­tre­ter letz­te Woche.

Die Hoch­schul- und Wis­sen­schafts­fi­nan­zie­rung in Deutsch­land ist auch wahr­lich nicht ein­fach. Bil­dung ist Län­der­sa­che. Bund und Län­der dür­fen ver­fas­sungs­recht­lich bestimmt in Bil­dungs­sa­chen nicht mit­ein­an­der koope­rie­ren, um den Län­dern ihre Unab­hän­gig­keit hier nicht zu neh­men. Des­halb kön­nen eigent­lich nur nicht zweck­ge­bun­de­ne Gel­der vom Bund an die Län­der flie­ßen. Und so will der Bund 6 Mil­li­ar­den EUR an die Län­der zah­len als Gesamt­fi­nan­zie­rungs­pa­ket für alles, was irgend­wie nach „Bil­dung“ aus­sieht, und das ist laut Bun­des­re­gie­rungs-Koali­ti­ons­ver­trag zwi­schen CDU/CSU und SPD die „Finan­zie­rung von Kin­der­krip­pen, Kitas, Schu­len und Hoch­schu­len“. Gleich­zei­tig gibt es vor allem in neue­rer Zeit fak­tisch

doch vor allem Hoch­schul­bil­dungs-Pak­te zwi­schen dem Bund und den Län­der, nament­lich den Pakt für For­schung und Inno­va­ti­on, den Hoch­schul­pakt und die Exzel­lenz­in­itia­ti­ven der Hoch­schu­len. Und so konn­ten sich die Vor­sit­zen­den der drei Regie­rungs­par­tei­en letz­ten Sams­tag erwar­tungs­ge­mäß nicht über die kon­kre­te­re Ver­tei­lung die­ser 6 Mil­li­ar­den EUR eini­gen, weil sie das auch nicht dür­fen.

Jür­gen Zöll­ner von der SPD, sei­nes Zei­chens Vor­stand der Stif­tung Cha­rité in Ber­lin und frü­her Kul­tus­mi­nis­ter in Rhein­land-Pfalz und Sena­tor für Bil­dung und Wis­sen­schaft in Ber­lin, hat des­halb jetzt eine Bund-Län­der-Stif­tung vor­ge­schla­gen, um besag­tes Koope­ra­ti­ons­ver­bot zwi­schen dem Bund und den Län­dern zu umge­hen. Und vie­le von Rang und Namen im Wis­sen­schafts­be­trieb Deutsch­lands sind für eine sol­che Bund-Län­der-Stif­tung, vom Prä­si­den­ten der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) über den Prä­si­den­ten der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin, den Prä­si­den­ten der Max-Planck-Gesell­schaft und den frü­he­ren Gene­ral­se­kre­tär der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz bis hin zu einem frü­he­ren baden-würt­tem­ber­gi­schen Wis­sen­schafts­mi­nis­ter.

Span­nend bleibt’s.