Die Verantwortlichen von Bologna: Die Hochschulen selbst

Vor weni­gen Tagen hat die Baden-Würt­tem­ber­gi­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin The­re­sia Bau­er von den „Grü­nen“ eine inter­es­san­te Stel­lung bezüg­lich der eben­falls vor weni­gen Tagen erfolg­ten mas­si­ven Bolo­gna-Kri­tik ein­ge­nom­men.

Im Kern stellt Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Bau­er klar:

Seit der Bolo­gna-Reform ist die Akkre­di­tie­rung von Stu­di­en­gän­gen Sache der Wis­sen­schaft und nicht mehr Auf­ga­be des Staa­tes. Des­halb muss die Wis­sen­schaft selbst dafür sor­gen, dass … man Hoch­schu­len nicht zu Schu­len macht. Die Begren­zung der Bache­lor-Stu­di­en­gän­ge auf sechs Semes­ter ist kei­ne Vor­ga­be der von der Poli­tik beschlos­se­nen Bolo­gna-Reform. Fast alle Uni­ver­si­tä­ten aber haben rigo­ros sechs Semes­ter für den Bache­lor fest­ge­schrie­ben. Sie haben damit ohne Not zum Teil ein sehr enges Kor­sett geschnürt, was die prü­fungs­dich­te anbe­langt, was die extrem hohe Spe­zia­li­sie­rung angeht.“

Wei­ter­hin, so die Kri­tik von Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Bau­er, fin­de man noch vie­ler­orts gedan­ken­lo­se Über­tra­gun­gen eins­ti­ger Diplom- oder Magis­ter­stu­di­en­gän­ge auf den Bache­lor ohne Rück­sicht auf die Stoff­fül­le. Es gäbe aber über­all auch sehr gelun­ge­ne Bachelor­kon­zep­te. Auch die Kri­tik zum Bei­spiel des Prä­si­den­ten des Karls­ru­her KIT (Karls­ru­her Insti­tut für Tech­no­lo­gie), Hoch­schu­len wür­den mit dem Bache­lor nur noch Aus­bil­dung nicht aber mehr Bil­dung ver­mit­teln, sei nicht Sache der Poli­tik, so Frau Bau­er wei­ter. Selbst­ver­ständ­lich müs­se ein Hoch­schul­stu­di­um mehr als bloß Fach­wis­sen ver­mit­teln. „Wie das gelin­gen kann, hat aber wenig mit der Bolo­gna-Reform zu tun. Dass ein Stu­di­um ein Erfolg wird, hat­te schon immer mit den Anstren­gun­gen der Leh­ren­den und Ler­nen­den zu tun.“

Inso­fern sind also nicht die Poli­tik und hier die Bolo­gna-Reform ver­ant­wort­lich für Miss­stän­de ins­be­son­de­re auf der Ebe­ne von Bache­lor­stu­di­en­gän­gen. Viel­mehr sind es die­je­ni­gen, die die Stu­di­en­gän­ge inhalt­lich und zeit­lich kon­zi­pie­ren.

Der Kreis schließt sich damit immer mehr. Es wird immer deut­li­cher, dass es die Hoch­schu­len selbst sind, die die viru­len­ten und aktu­el­len Stu­di­en­pro­ble­me selbst ver­ur­sa­chen. In den Rah­men die­ser Bolo­gna-Kri­tik ins­be­son­de­re von Sei­ten der Hoch­schu­len fällt auch die hys­te­risch zu nen­nen­de Ein­ord­nung von Selbst­pla­gi­at als Pla­gi­at, die die all­ge­mei­nen Fakul­tä­ten­ta­ge und der deut­sche Hoch­schul­ver­band vor etwas mehr als zwei Mona­ten mein­ten vor­neh­men zu müs­sen und auch der nicht gerecht­fer­tig­te Vor­schlag des Prä­si­den­ten des deut­schen Hoch­schul­ver­ban­des Prof. Dr. Kem­pen nach einem neu­en Straf­ge­setz gegen wis­sen­schaft­li­chen Ghost­wri­ter und deren Kun­den.

Gostwirter.nu unter­stützt seit über 20 Jah­ren bei der aka­de­mi­schen Qua­li­fi­ka­ti­on (Bache­lor, Mas­ter, Dis­ser­ta­ti­on bzw. Pro­mo­ti­on, Magis­ter­ar­beit, Diplom­ar­beit, Haus­ar­beit, Semi­nar­ar­beit usw.) in viel­fäl­ti­ger Wei­se.

Harald Bahner

Quel­len die­ser News:
Wie­sel­mann, Bet­ti­na: „Zie­le der Bolo­gna-Reform rich­tig“. In: Süd­west Pres­se vom 27.08.2012, URL am 29.08.2012: http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Ziele-der-Bologna-Reform-richtig;art4319,1607276
Selbst­pla­gi­at“ ist auch Pla­gi­at?“ – Ghostwriter.nu-News vom 10.07.2012
Neu­es Straf­ge­setz gegen aka­de­mi­sche Ghost­wri­ter und deren Kun­den? – Ghostwriter.nu-News vom 08.08.2012