Deutschland unter ausländischen Studenten immer beliebter

Deutsch­land ist schon 2010 das welt­weit viert­be­lieb­tes­te Gast­land unter aus­län­di­schen Stu­den­ten gewe­sen. Jetzt legen die Zah­len von Stu­di­en­an­fän­gern aus dem Aus­land in Deutsch­land noch ein­mal kräf­tig zu. Die meis­ten aus­län­di­schen Stu­den­ten kom­men aus der Tür­kei und Chi­na, gefolgt von Frank­reich und Spa­ni­en. Vor allem die Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten haben es den aus­län­di­schen Stu­den­ten ange­tan.

Erst­mals mehr als 100.000 Aus­län­der nah­men nach den neu­es­ten Zah­len des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes im letz­ten Herbst ein Stu­di­um in Deutsch­land auf. Das ent­spricht einer Stei­ge­rung von 5,8 Pro­zent gegen­über dem Jahr davor. Die Zahl deut­scher Stu­di­en­an­fän­ger stieg hier­zu im Ver­gleich im glei­chen Zeit­raum nur um 1,6 Pro­zent.

Hier­bei begann jeder vier­te aus­län­di­sche Stu­dent in Deutsch­land ein Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten (und jeder fünf­te deut­sche Stu­dent). Die inge­nieur­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en­gän­ge wur­den von aus­län­di­schen Stu­den­ten ins­ge­samt um 10 Pro­zent mehr fre­quen­tiert als ein Jahr zuvor.

Die­se Ent­wick­lung wird posi­tiv gese­hen. Abge­se­hen davon, dass sie das gute Anse­hen und die hohe Qua­li­tät der Inge­nieur­aus­bil­dung in Deutsch­land bele­ge, wir­ke sie dem demo­gra­phi­schen Wan­del ent­ge­gen und zuneh­mend ent­schär­fend in Sachen Nach­wuchs­si­che­rung und Fach­kräf­te­man­gel (vgl. o. V. 2014). Denn nach Berech­nun­gen des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft in Köln (IW) bleibt knapp die Hälf­te der aus­län­di­schen Stu­den­ten nach ihrem Stu­di­en­ab­schluss in Deutsch­land und arbei­tet hier.

Die­se Ent­wick­lung wird vor allem mit den guten Beschäf­ti­gungs­aus­sich­ten in Deutsch­land begrün­det. Mitt­ler­wei­le stammt jeder zehn­te aus­län­di­sche Stu­dent aus der

Tür­kei, noch ein­mal jeder zehn­te aus Chi­na und fünf Pro­zent jeweils aus Frank­reich und Spa­ni­en. Aber auch die ver­gleichs­wei­se gerin­gen Stu­di­en­kos­ten in Deutsch­land und die „Blaue Kar­te“, die einen dau­er­haf­ten Auf­ent­halt für Aus­län­der in Deutsch­land mitt­ler­wei­le ab 47.600,- EUR Jah­res­ein­kom­men erlau­ben und eine 18-mona­ti­ge Arbeits­platz­su­che nach dem Stu­di­en­ab­schluss ermög­li­chen, gel­ten als Grün­de für die­se Stu­di­en­ent­wick­lung.

Deutsch­land ist nach Zah­len des Deut­schen Aka­de­mi­schen Aus­tausch-Diens­tes (DAAD) inter­na­tio­nal nach den USA, Groß­bri­tan­ni­en und Aus­tra­li­en und noch vor Frank­reich schon 2010 das viert­be­lieb­tes­te Gast­land unter aus­län­di­schen Stu­den­ten gewe­sen (neue­re Zah­len gibt es laut o. V. 2014 nicht). 260.000 aus­län­di­sche Stu­den­ten stu­dier­ten 2010 in Deutsch­land, jetzt mit einer Wachs­tums­ra­te der Stu­di­en­an­fän­ger im Zeit­raum 2009–2013 von 36 Pro­zent, fast 700.000 in den USA und über eine hal­be Mil­li­on in Groß­bri­tan­ni­en.

Quel­le die­ser News:
o. V. (2014): Mehr Stu­den­ten aus dem Aus­land. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 07.03.2014, S. 17.