Auslandsstudium – Fachkräftemangel – optimistische Studenten – mehr Geld für Bildung

Aus­lands­stu­di­um – Fach­kräf­te­man­gel – Opti­mis­ti­sche Stu­den­ten – Deut­sche wol­len mehr Geld für Bil­dung …, viel los ist der­zeit im Bereich Bil­dung, Stu­di­um und Schu­le.

Aus­lands­stu­di­um
Ein Aus­lands­se­mes­ter wirkt posi­tiv auf das Stu­di­um. Die belieb­tes­ten Län­der aus deut­scher Sicht sind – in die­ser Rei­hen­fol­ge – Öster­reich die Nie­der­lan­de, Groß­bri­tan­ni­en, die Schweiz und die USA. Dabei ent­fal­len auf die euro­päi­schen Län­der 84 Pro­zent. Jeder drit­te Stu­dent macht der­zeit ein sol­ches Aus­lands­se­mes­ter.
Das Mobi­li­täts­pro­gramm „Eras­mus“ und die eige­ne Hoch­schu­le hel­fen bei der Orga­ni­sa­ti­on. Der DAAD emp­fiehlt, sich 18 Mona­te vor einem geplan­ten Aus­lands­se­mes­ter um die­ses zu küm­mern. Bereits ein Jahr vor Aus­lands­se­mes­ter­be­ginnn soll­ten alle Unter­la­gen bei­sam­men sein.
An Finan­zie­run­gen ste­hen das Aus­lands-BAföG, ein Bil­dungs­kre­dit und Sti­pen­di­en aus ERASMUS- und DAAD-Pro­gram­men oder von ande­ren Insti­tu­tio­nen und Orga­ni­sa­tio­nen zur Ver­fü­gung.
Quel­len:
Hamburg-magazin.de von ges­tern, 03.06.2014, http://www.hamburg-magazin.de/buergerservice/leben-arbeiten/artikel/detail/karriereschwung-durch-ein-auslandssemester.html?artikel=20653
Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt (Hg.): Deut­sche Stu­die­ren­de im Aus­land. Sta­tis­ti­scher Über­blick 2001 bis 2011. Hrsg. am 12. Novem­ber 2013, https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/Hochschulen/StudierendeAusland5217101137004.pdf?__blob=publicationFile

Fach­kräf­te­man­gel
Unter­neh­men und der Staat grei­fen zu immer unge­wöhn­li­che­ren Mit­teln, um dem Fach­kräf­te­man­gel vor­zu­beu­gen.
So bie­tet der „Niers­ver­band Vier­sen Klär­werk“ im nord­rhein-west­fä­li­schen Goch an der nie­der­län­di­schen Gren­ze nord­öst­lich von Essen MINT-Stu­den­ten mit den Fach­aus­rich­tun­gen Elek­tro­tech­nik, Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Infor­ma­tik und Bau­in­ge­nieur­we­sen (Fach­rich­tung Sied­lungs­was­ser­wirt­schaft und Was­ser­bau) ab Herbst 2014 einen Arbeits­ver­trag als stu­den­ti­sche Hilfs­kraft an – und zahlt zusätz­lich den BAFÖG-Höchst­satz. Ins­ge­samt kom­men Stu­den­ten damit auf ca. 1.000,- EUR monat­lich.
Das öster­rei­chi­sche Bun­des­land Kärn­ten nimmt noch mehr Geld in die Hand. 18.000,- EUR zahlt das Land jedem Kärnt­ner Unter­neh­men künf­tig, das fer­tig stu­dier­te Kärnt­ner, die ihr Stu­di­um außer­halb Kärn­tens absol­viert haben, auch nur ein hal­bes Jahr ein­stellt.
Wäh­rend­des­sen läuft der­zeit am Cam­pus der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen (TUM) in Gar­ching die Berufs­in­fo­mes­se „IKOM“, das größ­te Kar­rie­re­fo­rum Süd­deutsch­lands. Und so bewe­gen sich dort­hin gar nam­haf­te Vor­stän­de von DAX-Unter­neh­men. Klaus Helm­rich (Sie­mens AG) und Oli­ver Blu­me (Por­sche) tra­ten bis­her als Gast­red­ner auf. Mor­gen, Don­ners­tag, will Daim­ler-Chef Die­ter Zet­sche spre­chen. Die Fach­be­reichs-Ren­ner sind Maschi­nen­bau, IT und Con­sul­ting. Das ist bezo­gen auf die IT-Bran­che offen­bar auch beson­ders not­wen­dig. Wie eine kürz­li­che Stu­die der Bit­com Rese­arch GmbH im Auf­trag des sozia­len Netz­werks Lin­kedin erge­ben hat, geben der­zeit näm­lich 63 Pro­zent aller deut­schen Unter­neh­men an, Nach­wuchs­kräf­te für IT und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on in Deutsch­land eher nicht oder gar nicht fin­den zu kön­nen – und wen­den sich zuneh­mend an aus­län­di­sche Bewer­ber oder ori­en­tie­ren sich gleich ganz ins Aus­land.
Quel­len:
o.V.: Der Niers­ver­band zahlt MINT-Stu­den­ten das Bafög. In: RP online von heu­te, 04.06.2014, http://www.rp-online.de/nrw/staedte/goch/der-niersverband-zahlt-mint-studenten-das-bafoeg-aid-1.4287184
o.V.: Land star­tet Aka­de­mi­ker-Rück­hol­ak­ti­on. In: ORF.at von heu­te, 04.06.2014, http://kaernten.orf.at/news/stories/2650853/
o.V.: Ram­pe für den Kar­rie­re­start. In: Merkur-online.de von heu­te, 04.06.2014, http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen-lk-nord/garching/garching-rampe-karrierestart-3608615.html
Knop, Chars­ten: Das Unter­neh­men braucht Hacker. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung von ges­tern, 03.06.2014, S. 20.

Opti­mis­ti­sche Stu­den­ten
Und so bli­cken Stu­den­ten opti­mis­ti­scher in die Zukunft denn je. 83 Pro­zent von ihnen sehen rosi­ge Zei­ten vor sich. Bei den Medi­zi­nern sind es gar 97 Pro­zent, bei Inge­nieu­ren 92 Pro­zent und selbst bei Geis­tes­wis­sen­schaft­lern aktu­ell 57 Pro­zent. Bemer­kens­wert hier­bei: 92 Pro­zent aller Stu­den­ten wäh­len das Fach, das ihnen Spaß macht und igno­rie­ren künf­ti­ge Arbeits- und Kar­rie­re­chan­cen mehr oder min­der, und 73 Pro­zent sehen die Pfle­ge fami­liä­rer Bezie­hun­gen als wich­tigs­tes Gut in ihrem Leben an. Bemer­kens­wert auch: Ca. 35.000,- EUR Ein­stiegs­ge­halt will ein durch­schnitt­li­cher Stu­die­ren­der haben, tat­säch­lich wer­den aber nach einer Stu­die der Hans-Böck­ler-Stif­tung (Gewerk­schafts­stif­tung) der­zeit ca. 40.000,- EUR bezahlt, und in 10 Jah­ren soll sich das Ein­stiegs­ge­halt von fer­tig Stu­dier­ten bereits auf 63.000,- EUR belau­fen.
Quel­le:
Stoldt, Till-R.: Stu­den­ten bli­cken opti­mis­tisch in die Zukunft. In: Ham­bur­ger Abend­blatt von heu­te, 04.06.2014, http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article128699535/Studenten-blicken-optimistisch-in-die-Zukunft.html

Deut­sche für mehr Geld für die Bil­dung
Trotz­dem wol­len nach einer aktu­el­len reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge unter rund 2.000 Erwach­se­nen, initi­iert von den Uni­ons­frak­tio­nen CDU/CSU, zwei Drit­tel aller deut­schen Bun­des­bür­ger mehr Geld für Bil­dung, selbst zum Preis von nied­ri­ge­ren oder gar kei­nen Steu­er­sen­kun­gen und ver­min­der­tem Schul­den­ab­bau. Eine gro­ße Mehr­heit ist auch für den Erhalt des Gym­na­si­ums (92 Pro­zent), für Ganz­tags- und För­der­schu­len sowie für das Leis­tungs­prin­zip, für Kopf­no­ten (Betra­gen, Ord­nung, Fleiss, Respekt) und für das Sit­zen­blei­ben. 50 Pro­zent fin­den, dass im deut­schen Schul­sys­tem zuviel Refor­men statt­fin­den. Auch 50 Pro­zent kön­nen mit dem schu­li­schen Begriff der „Inklu­si­on“ nicht so viel anfan­gen. Her­aus­ra­gend: 51 Pro­zent aller Befrag­ten sehen in Bay­ern die bes­te Schul­bil­dung, gefolgt weit abge­schla­gen mit jeweils 9 Pro­zent von Baden-Würt­tem­berg und Sach­sen.
Quel­len:
o.V.: Umfra­ge: Bun­des­bür­ger wol­len mehr Geld für Bil­dung. In: Finanzen.ch vom 02.06.2014, http://www.finanzen.ch/Nachrichten/Umfrage–Bundesbuerger-wollen-mehr-Geld-fuer-Bildung-1000150292
o.V.: Deut­sche wol­len mehr Geld für Bil­dung. In: Ber­li­ner Mor­gen­post von ges­tern, 03.06.2014, http://www.morgenpost.de/printarchiv/titelseite/article128655414/Deutsche-wollen-mehr-Geld-fuer-Bildung.html