Auslandsängstliche Studenten – Studienzweifler-Veranstaltungen – Justizanstaltsleiterin dank Ghostwriter

Immer weni­ger Bache­lor­stu­den­ten legen wegen Zeit­ängs­ten einen Aus­lands­stu­di­en­auf­ent­halt ein. – Die Uni Mar­burg bie­tet Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen für Stu­di­en­zweif­ler. – Die Lei­te­rin der Jus­tiz­an­stalt Wie­ner Neu­stadt ließ für ihr Stu­di­um Ghost­wri­ter schrei­ben.

Auslandsängstliche Studenten

Jeder zwei­te Stu­dent soll bis 2020 im Lau­fe sei­nes Stu­di­ums eine Zeit­lang im Aus­land ler­nen, wünscht sich die Poli­tik. Doch die Ent­wick­lung ist gegen­läu­fig. Die Zahl der Stu­den­ten, die eine Zeit­lang im Aus­land stu­die­ren, sta­gniert seit ca. 10 Jah­ren bei nicht ein­mal 30 Pro­zent. Ein gan­zes Aus­lands­stu­di­en­jahr kommt so gut wie nicht mehr vor, wenn dann nur ein Aus­lands­se­mes­ter. Der durch­schnitt­li­che Aus­lands­auf­ent­halt pro Stu­dent ver­rin­ger­te sich von 6,9 Mona­ten vor 10 Jah­ren auf 5,7 Mona­te heu­te.

Statt die­ser Ent­wick­lung gegen­zu­steu­ern, ver­schär­fen Uni­ver­si­tä­ten sie noch wie zum Bei­spiel die Uni­ver­si­tät Tübin­gen. Konn­ten Stu­den­ten frü­her bei Aus­lands­auf­ent­hal­ten Urlaubs­se­mes­ter an ihrer Heim­uni­ver­sti­tät ein­le­gen, blei­ben sie jetzt voll ein­ge­schrie­ben. Wol­len sie die Regel­stu­di­en­zeit trotz Aus­lands­auf­ent­halts ein­hal­ten, müs­sen sie ihre Stu­di­en­leis­tun­gen im Aus­land in der Hei­mat voll aner­kannt bekom­men. Das gelingt weni­gen.

Als Haupt­grund für die Sta­gna­ti­on oder gar Rück­läu­fig­keit von Aus­lands­auf­ent­hal­ten bei Stu­den­ten wird deren Angst vor dem Nicht­schaf­fen der Regel­stu­di­en­zeit aus­ge­macht. Die Regel­stu­di­en­zeit wird heut­zu­ta­ge oft gleich­ge­setzt mit Kar­rie­re­chan­cen­wah­rung. Dass ein Aus­lands­auf­ent­halt dem künf­ti­gen Berufs­wer­de­gang nicht abträg­lich ist und auch für sich selbst einen Wert hat, selbst wenn das Stu­di­um dann ein biss­chen län­ger dau­ert, an die­ser Per­spek­ti­ve kämpft sich jetzt der DAAD ab.

Eine wei­te­re Ent­wick­lung ist, dass Stu­den­ten, wenn sie denn ein­mal ins Aus­land gehen, dies zwi­schen ihrem Bache­lor- und Mas­ter­stu­di­um tun, um eben kei­ne direk­te Stu­di­en­zeit zu ver­lie­ren.

Und Recht hat der DAAD !

Quel­le:
o. V.: Bloß kei­ne Zeit ver­lie­ren. In: AZ – All­ge­mei­ne Zei­tung vom 07.08.2014, http://www.azonline.de/Welt/Ratgeber/Karriere/1677329-Hochschulen-Bloss-keine-Zeit-verlieren

Studienzweifler-Veranstaltungen

Zwei Drit­tel aller Bache­lor­stu­den­ten bre­chen ihr Stu­di­um ab. Dage­gen will die Uni­ver­sti­ät Mar­burg nun ver­stärkt vor­ge­hen. Nicht Stu­di­en­ein­gangs­hür­den sol­len hier­zu aber erhöht wer­den. Son­dern Infor­ma­ti­ons-Ver­an­stal­tung für Stu­di­en­zweif­ler wer­den wäh­rend des Stu­di­um an die­ser Uni­ver­si­tät nun ange­bo­ten. Auch ande­re hes­si­sche Hoch­schu­len zie­hen hier mit. Die­ser

Ansatz – ein offen­si­ves auf Stu­di­en­zweif­ler Zuge­hen – ist ein bun­des­weit bis­her ein­ma­li­ger Ansatz. Es gibt mitt­ler­wei­le sogar ein hes­sen­wei­tes Netz­werk „Beruf­li­che Inte­gra­ti­on von mög­li­chen Stu­di­en­ab­bre­chern und Stu­di­en­ab­bre­che­rin­nen“ mit vie­len Anlauf­stel­len für Stu­den­ten. Stu­di­en­zweif­ler sind nach den hes­si­schen Erkennt­nis­sen oft jun­ge Men­schen, die nach dem Abitur sofort ein Stu­di­um begon­nen haben, oft auf Drän­gen der Eltern, und nun nicht mehr so rich­tig wol­len.

Ziel der hes­si­schen Ini­ta­ti­ve ist es, Stu­den­ten mög­lichst im Stu­di­um zu hal­ten, gege­be­nen­falls mit­tels eines Stu­di­en­wech­sels.

Quel­le:
o. V.: Unis küm­mern sich ver­stärkt um mög­li­che Stu­di­en­ab­bre­cher. In: RP Online vom 07.08.2014, http://www.rp-online.de/panorama/wissen/bildung/unis-kuemmern-sich-verstaerkt-um-moegliche-studienabbrecher-aid-1.4433928

Justizanstaltsleiterin dank Ghostwriter

Die Lei­te­rin der Jus­tiz­an­stalt Wie­ner Neu­stadt hat ihren berufs­be­glei­ten­den Lehr­gang „Poli­zei­li­che Füh­rung“ an der Fach­hoch­schu­le Wie­ner Neu­stadt durch Ghost­wri­ter beflü­gelt. In die­sem Fall waren die Ghost­wri­ter die eige­nen Mit­ar­bei­ter der Jus­tiz­an­stalt. Das kam nun her­aus.

Die zustän­di­ge Voll­zugs­di­rek­ti­on hat die Jus­tiz­an­stalts­lei­te­rin dar­auf­hin mit einer „vor­über­ge­hen­den Dienst­zu­tei­lung“ beglückt, d.h. die Jus­tiz­an­stalts­lei­te­rin lei­tet ab sofort eine ande­re Jus­tiz­an­stalt, um „die Situa­ti­on zu ent­schär­fen“.

Inter­es­san­te Reak­ti­on.

Quel­le:
o. V.: Stu­di­en­ar­bei­ten dele­giert? Gefäng­nis-Che­fin wech­selt Arbeits­platz. In: DiePresse.com vom 07.08.2014, http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/3851136/Studienarbeiten-delegiert-GefaengnisChefin-wechselt-Arbeitsplatz?_vl_backlink=/home/panorama/oesterreich/index.do, Zita­te ebd.

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