15 Jahre Bachelor

Vor 15 Jah­ren ist der Bache­lor-Stu­di­en­gang aus der Tau­fe geho­ben wor­den. Die Kri­tik am Bache­lor wird immer grö­ßer.

(Ghost­wri­ter.nu) Vor 15 Jah­ren hat­te die Poli­tik das Ziel, im euro­päi­schen Hoch­schul­raum einen frei­en Zugang und unge­hin­der­ten Wech­sel zu allen Uni­ver­si­tä­ten für alle Stu­den­ten und Hoch­schul­leh­rer zu schaf­fen. Hier­zu wur­de für Stu­den­ten das Stu­di­um im Bache­lor­stu­di­en­gang und dar­an anschlie­ßend optio­nal im Mas­ter­stu­di­en­gang kon­zi­piert. Die­se bei­den Abschlüs­se soll­ten die alten Abschlüs­se Diplom, Magis­ter oder Staats­ex­amen erset­zen und haben dies auch in Deutsch­land bis auf die Fach­be­rei­che Medi­zin, Jura, Theo­lo­gie und teil­wei­se Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten durch­wegs getan. Die Auto­ren und Ghost­wri­ter von Ghostwriter.nu kön­nen bei allen Fra­gen und Pro­ble­men rund um den Bache­lor hoch kom­pe­tent behilf­lich sein.

Nach 15 Jah­ren ist die Ent­täu­schung über das, was aus der Kon­zep­ti­on Bache­lor und Mas­ter gewor­den ist, jedoch groß. Nahe­zu kei­nes der Reform­zie­le wur­de erreicht.

Die Stu­di­en­ab­bre­cher­zahl ist durch den Bache­lor­stu­di­en­gang prak­tisch gleich geblie­ben. Vor allen Din­gen in den natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern und in Mathe­ma­tik sowie in den inge­nieur­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en­gän­gen bricht jeder drit­te Stu­dent vor der Voll­endung sei­nes Bache­lor­ab­schlus­ses das Stu­di­um ab. Etwas irri­tie­rend dabei ist, dass in die­sem Drit­tel der Stu­di­en­ab­bre­cher auch die­je­ni­gen Stu­den­ten ent­hal­ten sind, die das Stu­di­en­fach wech­seln oder erfolg­reich eine Berufs­aus­bil­dung bzw. Leh­re begin­nen; d.h. die­se Sta­tis­tik stimmt nicht ganz, es sind klar weni­ger als ein Drit­tel der Stu­den­ten, die ihr Bache­lor-Stu­di­um end­gül­tig abbre­chen. Doch ist die­se Abbre­cher­zahl immer noch zu hoch. Nord­rhein-West­fa­len ist dar­auf­hin übri­gens zu plan­wirt­schaft­li­chen Ein­grif­fen über­ge­schwenkt und will jetzt die höchst­zu­läs­si­ge Quo­te an Abbre­chern poli­tisch vor­schrei­ben. Das ist abgrund­tief lächer­lich und wird die Note als Leis­tungs­zif­fer noch wei­ter ver­wäs­sern.

Die­sen plan­wirt­schaft­li­chen Ein­grif­fen von Sei­ten Nord­rhein-West­fa­lens braucht es aber nicht unbe­dingt, um zu äußern, dass eine Hoch­schul­no­te heu­te immer weni­ger über die tat­säch­li­che Leis­tung eines Stu­den­ten aus­sagt. Die Wirt­schaft, und dies die nächs­te Kri­tik an dem Bache­lor­stu­di­en­gang, spricht mitt­ler­wei­le offen von man­geln­den Kom­pe­ten­zen bei vie­len Bache­lor-Absol­ven­ten. Das hat eine Umfra­ge unter 2.000 Mit­glie­dern des deut­schen Indus­trie-und Han­dels­kam­mer­tags (DIHK) erge­ben. Waren 2007, also vor acht Jah­ren, noch 67% der Betrie­be der Auf­fas­sung, dass Bache­lor-Absol­ven­ten ihre Erwar­tun­gen erfül­len, waren dies 2015 nur noch 47 %. Der stell­ver­tre­ten­de Haupt­ge­schäfts­füh­rer des DIHK, Achim Dercks, attes­tier­te den Bache­lor-Absol­ven­ten gar man­geln­de aus­ge­präg­te fach­li­che und metho­di­sche Kom­pe­ten­zen. Die Hälf­te der Arbeits­ver­hält­nis­se, die schon wäh­rend der Pro­be­zeit wie­der been­det wer­den, liegt der­zeit begrün­det in den fach­li­chen und metho­di­schen Unzu­läng­lich­kei­ten der Bache­lor­ab­sol­ven­ten. Auch mit der Aus­lands­er­fah­rung ist es aus Sicht der Wirt­schaft nicht gut bestellt. Waren 2007 8% der befrag­ten Unter­neh­men mit die­sen Aus­lands­er­fah­run­gen von Bache­lor-Absol­ven­ten zufrie­den, waren es acht Jah­re spä­ter nur noch 2%. Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz und Uni­ver­si­tä­ten sowie jetzt auch die IHK plä­die­ren des­halb zuneh­mend für eine deut­lich aus­lands­ori­en­tier­te Stu­di­en­pla­nung und für ein vier­jäh­ri­ges Bache­lor­stu­di­um anstatt eines drei­jäh­ri­gen. Ins­be­son­de­re die zeit­li­che Aus­deh­nung des Bache­lor auf vier Jah­re soll mehr Luft für Aus­lands­se­mes­ter und für die Per­sön­lich­keits­bil­dung geben.

Dabei teilt sich die uni­ver­si­tä­re Welt hier­bei wei­ter­hin. So gibt es Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len, die grund­sätz­lich einen vier­jäh­ri­gen Bache­lor anbie­ten wie zum Bei­spiel die Uni­ver­si­tät Tübin­gen, ande­re bie­ten nur einen drei­jäh­ri­gen Bache­lor an sowie bei­spiels­wei­se die Uni­ver­si­tät Frei­burg im Breis­gau. Von einem erleich­ter­ten Stu­di­en­ort­wech­sel durch ange­gli­che­ne Stu­di­en­gän­ge kann allein des­halb schon kei­ne Rede sein. Danach folgt in der Regel für zwei Jah­re die Mas­ter­aus­bil­dung, sofern Stu­den­ten die­se anschlie­ßen wol­len. Vie­le Hoch­schul­leh­rer plä­die­ren mitt­ler­wei­le indes für eine Rück­kehr zum ers­ten Hoch­schul­zeug­nis erst nach vier Jah­ren, doch das wür­de die einst­ma­li­ge poli­ti­sche Vor­stel­lung von einem deut­lich zu ver­kür­zen­den Stu­di­um zen­tral unter­lau­fen. Dabei ist es schon jetzt so, dass 80 % aller Stu­den­ten selbst nicht viel auf ihren Bache­lor geben und unmit­tel­bar nach Abschluss des­sel­ben ins Mas­ter­stu­di­um gehen. Die Stu­den­ten selbst sehen also ganz offen­sicht­lich als Betrof­fe­ne am bes­ten, was ihnen tat­säch­lich fehlt. Letzt­end­lich ist durch die­ses Ver­hal­ten der Stu­den­ten das Stu­di­um fak­tisch zeit­lich nicht ver­rin­gert, son­dern erhöht wor­den. Es beträgt jetzt nicht vier oder fünf Jah­re wie beim frü­he­ren Diplom oder Magis­ter son­dern 5–6 Jah­re, und zwar mitt­ler­wei­le als Regel­fall.

Die euro­päi­schen Hoch­schul­mi­nis­ter haben in ihrem Schluss­kom­mu­ni­qué nicht nur für eine stär­ke­re Inter­na­tio­na­li­sie­rung plä­diert, son­dern auch für eine ver­mehr­te Ver­mitt­lung so genann­ter „berufs­qua­li­fi­zie­ren­der Fähig­kei­ten“. Die deut­schen Uni­ver­si­tä­ten wol­len jedoch eben genau dies nicht. Sie wol­len nicht zu einem kon­kre­ten berufs­qua­li­fi­zier­ten Abschluss hin­füh­ren, son­dern ent­spre­chend dem Humboldt´schen Bil­dungs­ide­al wei­ter­hin zu einer all­ge­mei­nen Beschäf­ti­gungs­fä­hig­keit in einem bestimm­ten beruf­li­chen Umfeld. Das ist für die Hoch­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten ein Unter­schied. Und das ist es zurecht. Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren sol­len nicht zu Meis­tern in Betrie­ben degra­diert wer­den und Tätig­kei­ten aus­füh­ren sol­len, die sie als Hoch­schul­pro­fes­so­ren gar nicht aus­füh­ren kön­nen; Hoch­schul­pro­fes­so­ren leben nicht die betrieb­li­che Pra­xis, dafür sind sie über­haupt nicht da.

Letzt­lich kom­plett macht die Kri­tik am Bache­lor-Abschluss dann aller­dings die Poli­tik selbst, die eben die­sen vor 15 Jah­ren woll­te. Bis heu­te ist mit einem Bache­lor-Abschluss der Zugang zum öffent­li­chen Dienst des Bun­des nicht mög­lich. Die Poli­tik selbst des­avou­iert damit den ers­ten Hoch­schul­ab­schluss, den sie selbst so sehr woll­te. Oder sagen wir bes­ser, die Poli­tik wuss­te von Anfang an von dem, von dem jetzt alle wis­sen, die betrof­fe­nen Stu­den­ten vor­ne­weg: vom tat­säch­li­chen Wert des Bache­lor­stu­di­ums- und -abschlus­ses.

Eine sol­che Plei­te letzt­lich doch der ganz gro­ßen Poli­tik, und vor allem, dass die­se die gesam­te Ange­le­gen­heit nicht jus­tie­rend steu­ert, denn immer­hin umfasst die (Hochschul)Bildungspolitik des Bolo­gna-Raums fast 50 Staa­ten auf die­ser Welt, das ist ein Vier­tel aller Staa­ten die­ser Erde, ist nicht mehr nach­voll­zieh­bar. Unbe­se­hen davon kön­nen die Auto­ren und Ghost­wri­ter von Ghostwriter.nu Sie in allen Belan­gen das Bache­lor­stu­di­um betref­fend hoch qua­li­fi­ziert unter­stüt­zen.

Wei­te­re Quel­len hier­zu:

Ghostwriter.nu: Aktu­el­les zu Bolo­gna. Ghostwriter.nu-News vom 20.05.2015.